Grundlagen gesunder Ernährung kennen für BBS-Sprachlernklasse

„Besser Gemüse und Obst als Cola und Red Bull“

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Obst als Basis für gesunde Ernährung: Schüler einer Sprachlernklasse waren gestern bei Famila unterwegs. Sozialarbeiterin Sarah Lübker (l.) und Ökotrophologin Gaby Janssen (r.) sind zufrieden.

Syke - Von Frank Jaursch. „Besser Gemüse und Obst als Cola und Red Bull.“ Viel knackiger als David kann man einen wichtigen Grundsatz der Ernährung eigentlich nicht in Worte fassen. Der junge Spanier weiß, worauf es ankommt. Aber weil es über Ernährung – und über das richtige Einkaufen – so viel mehr zu erfahren gibt, stand in der Sprachlernklasse der Berufsbildenden Schulen (BBS) am Dienstag „Einkaufen“ auf dem Stundenplan.

14 Männer und Frauen zwischen 15 und 25 Jahren lernen seit Januar gemeinsam die deutsche Sprache. Es ist ein zusammengewürfelter Haufen: Die Schüler kommen aus sieben Ländern, leben in Syke, Weyhe, Bassum und Twistringen – und haben total unterschiedliche Bildungshintergründe.

„Vom Fast-Analphabeten bis zum Fast-Abiturienten“, formuliert es Peter Faßbinder. Der Lehrer ist wegen dieser Klasse für ein halbes Jahr aus der Pensionierung zurückgekehrt. „So viel differenziert wie in dieser Klasse habe ich in 40 Jahren nicht“, schmunzelt er.

Eine besondere Aufgabe liegt an diesem Tag vor den Schülern. „Wir wollen ihnen zeigen, was gesunde Ernährung ist“, erklärt Sarah Lübker. Die Sozialarbeiterin ist seit April in der Gruppe tätig.

Nun geht sie mit den Schülern durch die Obst-Abteilung des Famila-Markts im Hachepark-Center. Dort wartet schon Gaby Janssen mit ihrem Info-Stand. Die Ökotrophologin bereist alle Märkte der Kette, vermittelt Grundsätze der Ernährung.

Auf einem Plakat hinter ihr ist die berühmte Ernährungspyramide zu sehen. Die Schüler lächeln: Diese Pyramide kennen sie schon. Im Unterricht haben sie die Grundlagen gelernt. „Wenn du viel Zucker isst, wirst du dick“, erklärt Miloš. Gaby Janssen nickt dem Serben zu – und erläutert anhand einiger Beispiele, wie man sich lecker und ausgewogen ernähren kann.

Viel trinken, viel Obst, viel Vollkorn. Wer ein paar Regeln beachtet, tut viel für seine Gesundheit. Die Expertin rennt damit eigentlich offene Türen ein: Die Schüler, die (unterschiedlich interessiert) zuhören, sind fast ausnahmslos schlank und gut trainiert.

Bei den einen ist die Ernährung „ohnehin sehr obst- und gemüselastig“, weiß Sarah Lübker. Und die Schüler, die aus Eritrea stammen und bis zu zwei Jahre auf der Flucht waren, ehe sie in Deutschland ankamen, ging es in dieser Zeit eher darum, überhaupt etwas zu essen zu haben. „Da waren die sicher nicht sehr wählerisch“, ist sich Faßbinder sicher.

Zum Abschluss machen sich die jungen Ausländer in kleinen Gruppen auf den Weg zu einer kleinen Einkaufs-Rallye: Welche Vollkorn-Produkte sind im Markt zu kaufen? Wie viel Fett und Zucker steckt in unterschiedlichen Süßigkeiten? Wie kann man eine Pizza gesünder machen? Mit einer Auswahl an Produkten kehren sie zum Treffpunkt zurück.

Das Ergebnis stellt die Sozialarbeiterin zufrieden. „Das hat ziemlich gut geklappt“, sagt Sarah Lübker, die allerdings auch zugibt, sich nicht ganz sicher zu sein, „ob alle es zu 100 Prozent verstanden haben“.

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