BBS-Schülerinnen präsentieren Ergebnisse ihres Rollstuhl-Selbstversuchs

Wenig Barrieren in Syke

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Konzentriert berichten Jana Guthe (links) und Perla Ghassan von ihren Selbstversuchen.

Syke - Von Tobias Kortas. Ja, es gibt einige Barrieren in Syke. Im Großen und Ganzen kommen Rollstuhlfahrer aber ohne große Probleme durch die Hachestadt – im Zweifel mit der Hilfe von freundlichen Mitbürgern. So lässt sich das Projekt-Ergebnis der vier BBS-Schülerinnen Ani Lusinyan, Khadije Bekdach, Jana Guthe und Perla Ghassan zusammenfassen.

Unter dem Gruppennamen „Care for Wheelchair“ haben die Zwölftklässlerinnen im Selbstversuch zwei Touren im Rollstuhl gemacht, Behinderte und deren Angehörige interviewt und alles filmisch dokumentiert. Die Auswertung stellten sie jetzt im Rathaus vor.

Zunächst einmal viele positive: Die meisten öffentlichen Orte sind auch für körperlich Behinderte ohne Probleme begehbar.

Passend dazu sprachen die Rollstuhlfahrer selbst in den eingespielten Videos vielen öffentlichen Orten in Syke eine große Behindertenfreundlichkeit zu – so auch die 23-jährige Larissa Fontein. „Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Syke sehr barrierefrei ist. Und wenn ich an Hindernissen Probleme habe, spreche ich die Leute einfach an, die mir auch zu 95 Prozent helfen.“

Allerdings seien viele Gehwege nicht richtig gepflastert.

Weitere Kritikpunkte, die die Projektgruppe während ihrer Selbstversuche gefunden hatte, umfassen defekte oder komplett fehlende Türöffner, die unebene Bahnhofstraße, und den relativ umständlichen Zugang zu den öffentlichen Toiletten im Rathaus.

„Rollstuhlfahrer sind in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Da ist es besonders wichtig, sich gerade mit ihren Problemen auseinander zu setzen“, erklärte Ani Lusinyan die Idee hinter dem Projekt. Deshalb haben die Schülerinnen der Abschlussklasse „Gesundheit und Pflege“ für ihr schulisches Pflichtprojekt keinen Aufwand gescheut und sich intensiv mit dem Alltag von Syker Behinderten befasst. Tatkräftige Unterstützung kam dabei von Karin Senger, die das Wohnheim der Lebenshilfe an der Schloßweide leitet.

„Ich habe mit den Mädchen zusammen einen Projektplan entworfen, ihnen Kontakte vermittelt und sie vernetzt“, so Senger.

Ihre Selbstversuche machte die Gruppe zum Beispiel in der Hauptstelle der Kreisparkasse, der Volksbank, der Schloss-Apotheke, im Georgs-Bad, im Rathaus oder in der Stadtbibliothek.

„Zu den Gebäuden haben wir Fragebögen ausgefüllt, die uns der Behindertenbeirat gegeben hat“ , berichtete Perla Ghassan. „Da ging es beispielsweise um die Barrierefreiheit des Eingangs, Fahrstühle, behindertengerechte Toiletten und Parkplätze.“

Die Präsentation inklusive der Vorführung des Filmmaterials im Saal des Rathauses bildete am Mittwoch Abend vor etwa 25 Gästen den Abschluss des Projekts.

Neben Karin Senger waren unter anderem Andreas Evenburg und Dieter Hollwedel vom Behindertenbeirat dabei. Hollwedel stand den Schülerinnen während ihres Projektes mit Rat und Tat zur Seite und begleitete eine der Stadtbegehungen.

Ihre ausgefüllten Fragebögen übergeben die Schülerinnen nun an den Behindertenbeirat. Der möchte sie für die Erstellung eines Behindertenwegweisers verwenden.

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