BBS-Schülerinnen halten in der Realschule Vortrag über Schlankheitswahn

„Jeder ist perfekt“

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Schlank, hübsch – perfekt? Barbara Meier hat 2007 die zweite Staffel von „Germanys Next Topmodel“ gewonnen. Die Fernsehsendung stand beim Vortrag zum Thema „Modelwahn“ in der Realschule in der Kritik.

Syke - Von Frank Jaursch. Jeder nur eine Schnur. Rote Fäden werden unter den Realschülern der 9c verteilt. Die Aufgabe für die Jugendlichen: Sie sollen einschätzen, wie viel Schnur sie brauchen, um ihren Bauchumfang zu erfassen – und ihre Schätzung dann überprüfen. „Boah, ich hab mich viel dicker eingeschätzt“, so eine Reaktion. Kim Niebank (18) lächelt. Ihr Plan ist aufgegangen.

„Die meisten Menschen halten sich für dicker, als sie sind“, erklärt sie den Schülern. Ein Irrtum, der im Zweifelsfall zu Fehlverhalten und Krankheiten führen kann.

Mit den Folgen, die das Streben nach Schönheitsidealen nach sich zieht, haben sich vier Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums Pflege/Gesundheit im Rahmen eines Projektes in den vergangenen Monaten befasst. In der Realschule hielten Kim Niebank, Jule Ruster, Lina Soubra und Mara-Mareike Zimmermann einen Vortrag zum Thema Modelwahn.

Ein kurzes Video mit Bildschnipseln besonders dürrer, besonders dicker oder besonders gut proportionierter Menschen bildete den Einstieg ins Thema. Welche Fotos blieben den Neuntklässlern besonders in Erinnerung? „Der fette Mann mit dem Bierbauch“ und „die dünne Frau, ganz dürr und eklig“, kommt als Antwort von den Schülern.

Jule Ruster nickt. „Extreme bleiben in Erinnerung“, begründet sie. Das Problem beginne, wenn die Gesellschaft auf jene Extreme reagiert. Menschen werden unter Umständen gemobbt, wenn sie nicht dem Ideal entsprechen. „Dabei muss das nicht mal ihre Schuld sein.“ Ob Übergewicht zum Beispiel aus einer Krankheit resultiert, ist eben nicht sichtbar.

Deutlich kritisieren die Vortragenden Fernsehshows, in denen das Ideal der Modelmaße zum Programm wird. Zuschauer würden sich unbewusst wünschen, auch so schön zu sein.

Doch wie kann man selbst diesem Ideal nacheifern? Die Referentinnen bieten vier Möglichkeiten an: Schminken und Sport, Diäten und Operationen. „Alles ganz okay, solange man das nicht übertreibt“, sagt Mara Zimmermann. Doch die Grenzen zu physischen und psychischen Schäden sind schnell überschritten.

Die vier Frauen umreißen die Krankheitsbilder von Magersucht und Bulimie, gehen auf Risiken kosmetischer Chirurgie ein. Und präsentieren die Ergebnisse einer Umfrage, die sie in vier Syker Realschulklassen vorgenommen hatten. Mit Fragen wie „Fühlst du dich in deinem Körper wohl?“. Immerhin: Fast die Hälfte der befragten Jungen bejahte diese Frage. Spannend die Antworten der Mädchen auf die Frage „Wie fühlst du dich, wenn du Topmodel-Sendungen im Fernsehen siehst?“ – Jede Fünfte fühlt sich danach „zu dick“.

Ohne Grund, finden die Referentinnen. „Jeder ist auf seine eigene Art perfekt“, verkündet Lina Soubra zum Abschluss. Die Vier empfehlen mehr schulische Aufklärung über gesunde Ernährung – und ein Verbot für „Magermodels“.

Von ihrer Lehrerin Britta Ellerbrock gibt es für das Quartett eine Note für das Thema „Gesundheit im Spiegel der Gesellschaft“. Von den Schülern der 9c gab es Applaus.

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