Brücke am Hachedamm wird saniert / Drei Wochen Vollsperrung

Bauwerk 46 macht Kummer

Die Brücke am Hachedamm fällt kaum auf, weil die Ufer an dieser Stelle so zugewachsen sind. Sie ist aber trotzdem eine von nur vier Brücken im Kernort Syke, auf denen man im Auto den Fluss überqueren kann. Jetzt muss sie saniert und dabei für mehrere Wochen gesperrt werden.
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Die Brücke am Hachedamm fällt kaum auf, weil die Ufer an dieser Stelle so zugewachsen sind. Sie ist aber trotzdem eine von nur vier Brücken im Kernort Syke, auf denen man im Auto den Fluss überqueren kann. Jetzt muss sie saniert und dabei für mehrere Wochen gesperrt werden.

Syke – Ein Lied kann eine Brücke sein, über sieben Brücken musst du gehn, Brückenpfeiler, Brückenkopf, Brückentag, ... – ganz schön geläufig in der deutschen Sprache, die Brücke. Brückenkappen kennt man eher weniger. Aber die sind wichtig. Und wenn sie kaputt gehen, muss man sie ersetzen. Vor dieser Situation steht die Stadt Syke gerade. Und das bedeutet: Jede Menge Arbeit.

Die Brückenkappen sind die Dinger an den Längsseiten, auf denen normalerweise die Rad- oder Fußwege verlaufen. Sie haben eine technische Funktion und umklammern quasi die eigentliche Brückenkonstruktion. Am „Bauwerk 46“ sind sie kaputt und müssen ersetzt werden. Bauwerk 46, das ist im Bauamts-Fachjargon die Brücke am Hachedamm. Die fällt zwar kaum auf, weil die Hache an dieser Stelle so zugewachsen ist, dass man sie nur sieht, wenn man danach sucht. Aber das Bauwerk 46 ist nun mal eine von nur vier Brücken im Ortskern, auf denen man mit dem Auto über den Fluss kommt.

2019 hat die Stadt festgestellt, dass mit den Brückenkappen etwas nicht in Ordnung sein kann und daraufhin eine Schadensanalyse durchühren lassen. Ergebnis: Die Brückenkappen sind chlorodiert. Heißt: Wasser und Salz sind tief in den Beton eingedrungen und haben chemische Reaktionen ausgelöst. „Das zerfrisst den Beton und macht ihn kaputt“, sagt Lars Brunßen vom Tiefbauamt. „Und irgendwann leidet dann auch die Metallbewehrung darunter.“ Folge: Das ganze Gebilde wird mit der Zeit instabil. Brunßen berichtet von anderen Orten, an denen solche maroden Brückenkappen einfach abgebrochen sind.

Die Betonfläche im Vordergrund ist eine der beiden Brückenkappen. Die andere ist gegenüber auf der anderen Straßenseite. Die Kappen haben eine technische Funktion und sind auf die eigentliche Brücke quasi aufgedübelt.

Auch unter der Fahrbahn haben sich Hohlräume gebildet, in denen sich Wasser und Salze sammeln und ähnlich das Material zersetzen.

Einen drohenden teuren Neubau wollte die Stadt unbedingt vermeiden, sagt Brunßen. Und deshalb werden die Brückenkappen jetzt saniert. Knapp 250 000 Euro hat die Ausschreibung dafür ergeben.

Übernächste Woche geht’s los: Baubeginn ist laut Plan am 26. Juli. „Die Anwohner sind informiert“, sagt Brunßen. Und weil es bei den Arbeiten zu Erschütterungen kommen kann, gibt es für die sechs unmittelbar angrenzenden Wohnhäuser vorab ein Beweissicherungsverfahren, damit mögliche Schäden durch die Bauarbeiten abgedeckt sind.

66 Arbeitstage sind geplant. „Wir sind aber wetterabhängig“, sagt Brunßen. Ziel ist: Ende Oktober soll alles fertig sein. Den größten Teil der Zeit wird der Hachedamm halbseitig befahrbar bleiben. Erst wenn die neue Fahrbahn aufgetragen wird, wäre für etwa drei Wochen eine Vollsperrung nötig. Laut Lars Brunßen dürfte das ab Ende August, Anfang September erforderlich sein.

Der Hachedamm hat nicht die einzigen schadhaften Brückenkappen in städtischem Eigentum. „Zwei von den vier Bahnbrücken müssten angefasst werden“, sagt Lars Brunßen. „Die im Altdorf Gessel und am Finkenberg.“ Und das noch dieses Jahr.

Von Michael Walter

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