Heinrich Weber bietet Lieferdienst

Familie Kops verkauft seit 22 Jahren Tannen: Ein Baum für jedes Heim

Anke und Reinhold Kops stehen in der Vorweihnachtszeit täglich an der Barrier Heide und verkaufen Tannenbäume. - Foto: Lentvogt

Barrien - Von Marc Lentvogt. Einst haben sie „ganz klein angefangen“ – Familie Kops aus Barrien. Seit dem 8. Dezember stehen sie auf der Barrier Heide und verkaufen wieder Tannenbäume. Um neun Uhr beginnen sie, bis zum Einbruch der Dunkelheit helfen sie jedem, der auf der Suche nach dem passenden Schmuckstück für die Feiertage ist. Und das nicht zum ersten, sondern bereits zum 22. Mal.

Ringsherum stehen zahlreiche Bäume, einige keinen Meter hoch, andere thronen weit über den Köpfen aller Anwesenden. Bei all der Vielfalt gibt es aber doch einen Idealtypen: „Schmalere Bäume sind beliebt. Dazu oben schön voll – das ist der gewünschte Baum.“

Familie Spalkhaver kann das bestätigen. Sie spazieren durch Heinrich Webers Puttenpark und studieren das Angebot. Wonach genau sie suchen? „Etwa 1,80 Meter sollte er groß sein, viele Zweige haben – er soll schon noch nach Tanne aussehen.“ Das bedeutet auch, dass mit Bedacht geschmückt wird. Kein rosa, keine Neonfarben, klassisches Rot ist weiterhin beliebt. Familie Goldmann, die in Barrien beim Erdbeerhof Nüstedt nach ihrem persönlichen Prachtexemplar sucht, mischt in ihren Weihnachtsschmuck noch etwas goldfarbenen Schmuck, allerdings wird auch der dezent bleiben.

Tradition spielt eine wichtige Rolle

Neben den beliebten Nordmanntannen wird ganz selten auch noch eine Blautanne oder eine Rotfichte verkauft, „aber das ist der Baum von früher“, erklärt Reinhold Kops. Käufer sind vor allem ältere Menschen, weiß der Erdbeerhof Nüstedt zu berichten – des stärkeren Duftes wegen. Tradition spielt beim Baum eben eine wichtige Rolle.

Egal, um welche Art Baum es sich handelt, unter dem Dröhnen der Motorsäge fällt er in Sekundenschnelle. Die Zahl derjenigen, die ihren Baum selbst fällen wollen, nimmt ab, so Kops, „aber diejenigen, die es wollen, die bestehen auch drauf“. Heinrich Weber begrüßt einige seiner Stammkunden bereits ab Oktober auf dem Feld. Sie merken sich ihren Wunschbaum schon zu diesem Zeitpunkt vor, schlagen ihn dann auch gerne selber.

Obwohl der Weihnachtstermin weit im Voraus bekannt ist, scheinen es viele Kunden nun eilig zu haben. Es herrscht reger Betrieb bei allen Anbietern. Das Geschäft lief etwas schleppend an, erzählen die Verkäufer. Der Regen war problematisch, die wenigsten Menschen wollen den nassen Baum in ihr sauberes Auto verfrachten.

„Wer am 24. einen Baum will, der kriegt einen“

Die Kälte hingegen ist kein Problem. Familie Kops serviert zu jedem Baum einen Glühwein oder Kinderpunsch, der Erdbeerhof Nüstedt bietet heißen Apfelsaft und Spekulatius an, damit beim Stöbern keine Hektik aufkommt. Und im Puttenpark darf man sich auch in der Halle umschauen, die trotz offener Türen eine warme Atmosphäre verströmt.

Was aber ist mit den Menschen, die kein Auto mehr besitzen, auf die Weihnachtstradition aber dennoch nicht verzichten wollen? Heinrich Weber hat sich für diese Personen vor einigen Jahren das passende Angebot ausgedacht: einen Lieferdienst. „Insbesondere für Ältere machen wir das gerne“, erklärt Weber.

Um den richten Baum zu finden, bringen einige Kunden ihren Tannenbaum-Ständer mit, erzählt Heinrich Weber fröhlich lachend. Ist der Wunschbaum gefunden, aber zu groß, werden schon mal einige Zentimeter abgesägt, bis Baum und Ständer zueinander passen.

Bevor der Baum dann im Wohnzimmer steht, vergehen meist noch einige Tage. Auch hier zeigen sich viele Kunden traditionell: Geschmückt wird nicht selten erst Heiligabend, stehen bleibt der Baum bis zum 6. Januar. Über diesen Zeitraum behalten Nordmanntannen problemlos schöne Nadeln, bestätigt Reinhold Kops.

„Wir machen das immer als Familie“

Für das Weihnachtswochenende erwarten alle Anbieter einen großen Andrang. Auf der Barrier Heide werden dann nicht zwei Personen stehen, wie es unter der Woche der Fall ist, sondern bis zu acht. „Wir machen das immer als Familie“, erklärt Anke Kops erfreut. Da ist es auch nicht tragisch, noch an Heiligabend bereitzustehen – die Familie ist dann eben nicht im warmen Wohnzimmer, sondern auf dem Feld beieinander.

„Wer am 24. morgens noch einen Baum will, der kriegt auch einen – bis Mittag“, verspricht Reinhold Kops. Und Bäume, die dann noch stehen, haben vielleicht im nächsten Jahr das Wunschmaß erreicht. Auch dann werden Kops wieder an der Barrier Heide stehen und Hunderte Exemplare für die Menschen aus Syke und umzu parat haben.

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