Business-Lunch

Bauen ohne Bürokratie? – Geht nicht!

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Business-Lunch in Syke: Elena Albertin von der Syker Stadtverwaltung und Constantin von Kuczkowski (Mitte) von der IHK begrüßen Gastreferent Stephan Maaß. 

Syke - Von Michael Walter. Wie komme ich möglichst schnell und unbürokratisch zu meiner Baugenehmigung? – Diese Frage stand gestern beim Business-Lunch im Restaurant da Nino im Mittelpunkt. Und sie interessierte so viele, dass die Gastgeber (Stadt Syke und IHK) hätten anbauen können. 45 Teilnehmer hatten sich zu diesem Netzwerktreffen der Syker Unternehmer angemeldet, und noch ein paar weitere waren zusätzlich erschienen.

Antwort geben sollte einer, der es wissen muss: Stephan Maaß, Fachdienstleiter Bauaufsicht und Städtebau beim Landkreis Diepholz. Gut möglich, dass etliche Zuhörer am Ende seines etwa halbstündigen Referats enttäuscht waren. Denn im Grunde müsste die Antwort schlichtweg „gar nicht“ lauten.

Maaß machte von vornherein deutlich: Eine unbürokratische Abwicklung von Bauanträgen gibt es nicht. Das Genehmigungsverfahren IST ein bürokratischer Akt. Dafür sorgen umfangreiche und komplizierte Regelungen: Baugesetz, Bauordnung, Durchführungsverordnung zur Bauordnung, Erlasse, Naturschutz, Bodenschutz, Lärmschutz,... „Alles und jeder will geschützt sein. Und für alles gibt es Vorschriften“, so Maaß. „Es ist ganz genau geregelt, was alles geprüft werden muss. Und ich bin nicht optimistisch, dass das weniger wird.“

Seine Behörde prüft zunächst einmal auf die städtebauliche Zulässigkeit: Darf der Antragsteller das, was er will, da wo er will, überhaupt bauen? Dann sind Stellungnahmen von anderen Dienststellen und Behörden einzuholen. Und am Ende gibt es die Genehmigung häufig nur unter Auflagen.

„Die Behörde wird sich schon melden“

Wer bauen will, kann nur sehr wenig tun, um diese behördlichen Verfahren zu beschleunigen. Er kann aber im Vorfeld eine ganze Menge dazu beitragen, um sie nicht zu verzögern.

Das fängt für Stephan Maaß bei der Erstellung des Bauantrags an. „Viele reichen erstmal einen Minimalentwurf ein. So nach dem Motto: Die Behörde wird sich schon melden, wenn noch was fehlt. Das tut sie dann auch. Aber das kostet wieder Zeit.“

Seine Erfahrung: „Die richtige Auswahl des Verfassers ist ein ganz erhebliches Kriterium.“ Heißt im Klartext: Nicht jeder, der einen Bauantrag verfassen darf und kann, macht das auch wirklich gut. Plausibel, vollständig und vor allem verständlich müsse sowas verfasst sein. „Suchen Sie sich dazu den kompetentesten, den Sie finden können“, lautete sein Rat.

Nur: Woran erkennt man den? – Da konnte Maaß nur durch die Blume zu verstehen geben: Vielleicht ja durch einen informellen Anruf bei jemandem, der sich von Berufs wegen mit sowas auskennt.

Zusammengefasst lautet sein Rat: Einen guten Entwurf verfassen, mögliche Juckepunkte schon im Vorfeld bei der Behörde ansprechen und die Unterlagen digital einreichen. Diese Möglichkeit gibt es beim Landkreis seit letztem Sommer und sie spart bei der internen Abwicklung Zeit.

Halbes Jahr auf Genehmigung gewartet

Aber was ist eigentlich „schnell“ in Sachen Baugenehmigung? Einer der Zuhörer beschwerte sich bei Maaß: Er habe auf seine Genehmigung ein halbes Jahr warten müssen – und erntete dafür lautes Gelächter seiner Sitznachbarn: „Dann hast Du ja alles richtig gemacht!“ Sie selbst hätten erheblich länger warten müssen.

Ein halbes Jahr sei deutlich zu lang, erwiderte Maaß. Ziel seiner Behörde sei: Sechs Wochen. Mit der entscheidenden Einschränkung: Ab Vollständigkeit der Unterlagen, und nicht ab Einreichen des Antrags.

Genau daran scheitere es aber oft, hieß es im Anschluss von verschiedener Seite aus der Zuhörerrunde. Häufig hake es genau an der Stelle, dass der Antragsteller wochen- und monatelang einfach kein Signal von der Behörde bekomme, dass die eingereichten Unterlagen unvollständig seien.

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