„Bezahlbarer“ Wohnraum muss keinesfalls „minderwertig“ heißen

Baue auf der Schlossallee!

Wohnungsbesichtigung mal anders: Bürgermeisterin, Erster Stadtrat und der Verwaltungsausschuss des Rats nahmen gestern das neue Mehrparteienhaus am Schlosshof unter die Lupe, das dort unter der Prämisse „bezahlbarer Wohnraum“ gebaut worden ist. Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Michael Walter. Die Schlossallee ist bei Monopoly die teuerste Straße. Bauen kostet dort ein Vermögen. Und so mancher Spieler hat schon mit den Zähnen geknirscht, wenn ihm eine Ereigniskarte befohlen hat, das zu tun.

Genau die umgekehrten Vorzeichen gelten in Syke für die Straße Schlosshof: Dort lautete der Auftrag, „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen. Was daraus geworden ist, haben sich am Mittwochnachmittag der Verwaltungsausschuss des Rats und die Spitze der Stadtverwaltung angesehen.

Was soll das überhaupt sein: „Bezahlbarer“ Wohnraum? Oft eiern Politik und Verwaltung an dieser Stelle eher hilflos herum, weil das ein abstrakter Begriff ist. In Syke können sie diese Frage jetzt konkreter beantworten. Denn für den Schlosshof heißt die Formel: Acht Wohnungen für zusammen rund 900 000 Euro und eine Miete von runtergerechnet nicht mal sieben Euro pro Quadratmeter. Und dass „bezahlbar“ nicht „minderwertig“ bedeutet, wurde bei der Besichtigung schnell klar.

„Ich bin sehr positiv überrascht“, stellt Isabell Jagst (SPD) schon nach ein paar Augenblicken fest. Die Räume sind hell und luftig, mit PVC-Designböden in Holz-Optik, die Badezimmer ansprechend gefliest. Durchaus ansprechend, so das allgemeine Urteil. Wilken Hartje (CDU) fehlten allerdings ein paar Steckdosen. „Dafür sind alle Zimmer mit Kabelfernseh- und Internetanschlüssen verkabelt“, hielt Uwe Tenschert entgegen. „Das ist auch nicht gerade Standard.“ Tenschert ist Geschäftsführer der Wohnbau Diepholz GmbH, die das Gebäude im Auftrag der Stadt errichtet hat. Die ist seit 1990 zwar nicht mehr gemeinnützig, aber laut eigener Aussage ihrem „Anspruch, Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten anzubieten, treu geblieben“.

Drei der acht Wohnungen sind seit dem 1. Mai vermietet, drei weitere zum 1. Juni, „Und bei den beiden übrigen stehen wir kurz vor dem Abschluss“, so Tenschert.

Zehn Jahre lang muss die Wohnbau Diepholz die Wohnungen an Personen vermieten, die laut Sozialgesetz leistungsberechtigt sind. Danach fällt diese Bindung zwar weg. „Es ist aber gewährleistet, dass die Leute dann nicht rausfliegen“, sagt Tenschert.

Bürgermeisterin Suse Laue würde gern ein ähnliches Haus (nur eine Etage größer) beim Hallenbad bauen. Das wäre dann die Parkstraße.

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