Bauausschuss setzt Thema Gängeviertel vorläufig aus

Kalte Füße bei der Finanzierung

Syke - Von Detlef Voges. Wer viel zahlen muss, bekommt schnell kalte Füße. So wie der Bauausschuss: Der sollte am Donnerstag das städtebauliche Entwicklungskonzept „Syker Gängeviertel“ für den Haushalt 2016 absegnen, damit die Stadt einen Antrag auf Fördermittel stellen kann.

Das war der Politik nicht geheuer. Die Fraktionen wollen die Finanzierung noch einmal überdenken. Der Anteil der Stadt am Projekt mit liegt derzeit bei etwa 1,9 Millionen Euro (wir berichteten).

Dass es das Gängeviertel für Syke nicht umsonst gibt, darauf haben die Planer stets hingewiesen. Auch darauf, dass es ohne Fördermittel wohl nicht funktioniert.

Den ersten Schritt haben Stadt und Politik getan. Es gibt den Beschluss, einen Bebauungsplan aufzustellen und es gibt einen Entwurf der Planungsgesellschaften Kontur und re.urban aus Oldenburg.

Den erläuterten im Ausschuss noch einmal Dr. Ing. Frank Pantel (Kontur) und Karen Strack (re.urban). Um an die Fördermittel von Land und Bund (je ein Drittel) zu kommen, müsste die Stadt bis zum 1. Juni einen Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm stellen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Stadt ihren Anteil an der Finanzierung im Haushalt bereit stellt. Das steht noch aus.

Die Stadt müsste über die Jahre 2017 bis 2024 mit hohen Summen in Vorleistung treten. Christian Flor (SykePlus) hatte eine Gesamtsumme von rund 2,6 Millionen Euro hochgerechnet.

„Wie sollen wir das finanzieren?“, fragte Ludwig Stöver (BS-Fraktion). Und Wilken Hartje (CDU) sagte, er habe eigentlich gedacht, dass die Stadt nach Investoren für das Projekt suche. Mit dem jetzigen Plan habe er Bauchschmerzen, denn Syke habe doch noch genug andere Vorhaben. Das klappe aber nicht, „wenn wir uns hier verausgaben“.

Reinhard Hansemann (FDP) erinnerte daran, dass Syke schon jetzt Probleme habe, den Haushalt auszugleichen. Flor verlangte mehr Sicherheit. Man solle den Plan erst genehmigen, wenn Syke sicher im Förderprogramm sei.

Bauamtsleiter Timo Fleckenstein warb noch einmal für das Vorhaben, weil es um das Herz von Syke gehe, den Innenstadtbereich zwischen Hauptstraße, Georg-Hoffmann-Straße und Grevenweg. Er appellierte an die Politik, das Projekt weiterhin positiv zu begleiten. Vielleicht mit neuen Berechnungen und bei kleinerer Variante.

Planer Pantel betonte die Rolle der Stadt. Die Einbeziehung von Investoren werde schwierig, weil es auch nicht rentierliche Kosten gebe, gab er unumwunden zu.

„Wir wollen uns hier ein Denkmal setzen“, entgegnete Hartje. Es sei doch blauäugig, in der teuersten Ecke Syke bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen.

Man solle den Teufel nicht an die Wand malen, konterte Peter Jahnke (SPD). Die Finanzierung laufe doch über zehn Jahre.

„Das geht so aber nicht“, betonte Wolfgang Reß (SykePlus) und forderte ein kleineres Konzept.

Sowohl der Ausschuss als auch der mitbeteiligte Ortsrat Syke setzen den Antrag der Verwaltung einstimmig aus.

Rubriklistenbild: © dpa

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