Bauausschuss berät B-Plan für Okeler Ortskern

Fachwerk ist kein Muss

Von Frank Jaursch. Die Pläne für die planerische Umgestaltung des Okeler Ortskerns nehmen Formen an. Am Donnerstagabend diskutierten die Mitglieder des Bauausschusses über den „Bebauungsplan Nr. 25 (80/6)“ zwischen der L333, der K121 und Alte Beeke – und zwar durchaus kontrovers.

Diedrich Janssen von der beauftragten Oldenburger Planungsgesellschaft NWP brachte in den Erläuterungen zum B-Plan-Entwurf seine Gewissheit zum Ausdruck, dass „wir die dörfliche Struktur erhalten können“ – unter anderem durch vorgegebene unterschiedliche Richtungen von mehreren Gebäuden, die als Ensemble eine „Hofsituation“ ergeben würden.

Wilken Hartje (CDU) war von der Idee angetan. „So einen Bebauungsplan haben wir lange nicht gehabt“, lobte er das Arrangement der etwa 30 neuen Wohneinheiten.

Jutta Filikowski (Grüne) teilte die Begeisterung für das Konzept nicht. In der Planung sehe sie eine ganz konventionelle, „gesichtslose“ Siedlungsstruktur. „Eine ländliche Umgebung sehe ich da nicht.“ Onno Buurman (SPD) teilte die Einschätzung. „Wenn ich da in 15 Jahren lang fahre, sieht das nicht mehr aus wie Okel, sondern wie überall.“

Gegensätzliche Ansichten waren auch bezüglich der ortsbildprägenden Hofanlage an der Okeler Straße 51 zu hören. Das in die Jahre gekommene Bauwerk, ein großes Niederdeutsches Hallenhaus aus der Zeit kurz nach 1800, sei denkmalgeschützt, betonte Jutta Filikowski. Es sei, so entgegnete Janssen, kein eingetragenes Denkmal, also müsse es auch nicht aus der Planung herausgenommen werden.

Reinhard Hansemann (FDP) ging noch weiter. „Das Haus ist schon 100 Jahre nichts mehr wert“, wetterte er. „Da muss was passieren, und zwar mit der Abrissbirne.“

Der B-Plan-Entwurf, den auch der Okeler Ortsrat zuvor gebilligt hatte, sieht in diesem Baufeld die Möglichkeit von Neubauten vor – allerdings mit einer Einschränkung: Außenwände seien in Fachwerk herzustellen.

Diese Regelung stieß indes im Ausschuss auf Kritik. Aus Fragen des Gleichheitsprinzips müsse der Fachwerk-Passus verschwinden, forderte etwa Ludwig Stöver (BSF). Er fand Unterstützung bei Hansemann („ungerecht!“) und Hartje („das sind Handschellen, die nicht nötig tun“).

Der Antrag, den entsprechenden Passus aus dem B-Plan für das Baufeld herauszunehmen und den B-Plan in der neuen Form weiter in Richtung Stadtrat-Beschluss zu schicken, fand schließlich eine 7:4-Mehrheit. Die neue Form, so bestätigte Okels Ortsbürgermeister Jürgen Schmock am Rand der Sitzung, entspreche dabei durchaus dem Votum des Okeler Ortsrates.

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