Übernahme bis zum Jahresende verschoben

Hallenbad Barrien: Förderverein erhält mehr Zeit

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Das Barrier Hallenbad.

Barrien - Von Frank Jaursch. Eigentlich ist diesen Freitag der Tag, an dem für das Barrier Hallenbad eine neue Zeitrechnung beginnen sollte: Ab Anfang Juli, so der Plan und Ratsbeschluss aus dem vergangenen Jahr, sollte ein Förderverein den Betrieb des Bades übernehmen. Die schlechte Nachricht ist: Das hat nicht geklappt. Die gute Nachricht: Der Förderverein soll einen zeitlichen Nachschlag bekommen, um die bestehenden Unklarheiten zu regeln.

Im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung hatte der Stadtrat der Verwaltung den Auftrag gegeben, eine Sitzungsvorlage zu erarbeiten. Inhalt: die Verschiebung der Übergabe an den Förderverein vom 1.  Juli 2016 auf den 1. Januar 2017.

Die Initiatoren des Fördervereins um den Vorsitzenden Peer Schmidt haben mit großem Einsatz versucht, die Übernahme zum vorgesehenen Zeitpunkt zu ermöglichen; sie stießen aber immer wieder auf Unwägbarkeiten und zuvor unbekannte Probleme. Viele konnten beseitigt und gelöst werden. Aber nicht alle: „Jetzt haben wir noch zwei offene Punkte, die geklärt werden müssen“, betonte Schmidt im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Ein Knackpunkt hat mit den Zuschüssen der Stadt zu tun. Verwaltung und Förderverein hätten dabei „herrlich aneinander vorbei geredet“, so Schmidt. Das habe zu Missverständnissen geführt, die nun in Gesprächen ausgeräumt werden müssten. „Nichts Dramatisches“, ist sich Schmidt sicher.

Auch Hein Sievers, Leiter „Zentrale Projekte“ im Rathaus, glaubt daran, dass zum Jahreswechsel die Übergabe klappt. „Es wird aber schwierig sein, die finanziellen Vorstellungen des Fördervereins zu 100 Prozent zu erfüllen“, dämpft er die Hoffnungen.

Schließlich sei die Stadt ursprünglich mit dem Ziel an das Thema „Hallenbad Barrien“ herangetreten, Geld zu sparen. Wenn nun mit dem Förderverein ähnlich hohe oder noch höhere Ausgaben auf die Stadt zukämen, „weiß ich nicht, ob es das ist, was die Mehrheit im Rat wollte“.

Die Allgemeinheit, so Sievers, sollte es eigentlich nicht mehr Geld kosten als bislang. „Dann müsste man es eben auf die Nutzer abwälzen.“

Genau die stehen im zweiten noch offenen Problem im Mittelpunkt. Bei einigen Nutzergruppen regt sich Widerstand. Denn die Nutzungsstunde könnte sich für sie weit mehr verteuern als bislang angenommen.

Das Problem ist die Gewährleistung der „Rettungsfähigkeit“: Zu jeder Zeit muss eine Person vor Ort sein, die in der Lage ist, einen Menschen im Bad aus einer gefährlichen Situation im Wasser zu befreien. Weil die Wassertiefe im Barrier Bad auf bis zu zwei Meter erhöht werden kann, genügt dafür nicht das Schwimmabzeichen in Gold – es muss mindestens das Retungsschwimmer-Abzeichen in Silber sein.

Nutzer-Problem: Die Rettungsfähigkeit

„Da kam für einige das böse Erwachen“, umschreibt es Schmidt. Denn nicht jede Gruppe hat so eine Person in ihren Reihen. Zwar habe die DLRG signalisiert, bei Bedarf Rettungsschwimmer zur Verfügung stellen zu können – aber nicht zum Nulltarif. Das würde den Preis für eine Stunde im Vergleich zu den Kosten in der Vergangenheit nahezu verdoppeln.

Aus den betroffenen Vereinen kam ein interessanter Vorschlag: Was wäre, wenn die Betroffenen dem Förderverein einen Haftungsausschluss vorlegten? „Wir haben beim Landesschwimmverband nachgefragt“, erklärt Schmidt. Die Antwort: Das reiche nicht. „Im Schadensfall werden wir mit in Regress genommen.“

Schmidt wirbt um Verständnis dafür, dass sich der Förderverein als privater Träger gegen solche Fälle absichern müsse. „Wir sind doch auch nur aus der Menge der Nutzer aufgestanden, um zusammen das Bad zu retten.“

Natürlich suche man weiter nach Lösungen für das Problem. Wenn es aber keine gebe, so Schmidt, „dann müssen die Nutzer wohl oder übel die hohe Hürde hinnehmen“.

Noch im Juli soll der Sadtrat zu einer außerordentlichen Sitzung zu dem Thema zusammenkommen. Und Peer Schmidt? Der braucht eine Pause vom Hallenbad-Stress: „Ich bin erst mal platt.“

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