Dem Barrier Hallenbad droht Schließung zum Jahresende

Bald auf dem Trockenen?

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Das Barrier Hallenbad ist als Lehrschwimmbecken für die Syker Vereine unverzichtbar.

Und Michael Walter - Von Frank Jaursch. Was passiert jetzt eigentlich mit dem Barrier Hallenbad? Das wollte Erich Rieckers von der DLRG auf der Ratssitzung am Donnerstag von Politik und Verwaltung wissen. Die Antwort fiel vage aus: Man sei nach wie vor in Gesprächen mit dem TuS Syke und dem TSV Barrien wegen einer Übernahme. Dazu werde kurzfristig eine politische Entscheidung erforderlich sein.

Fakt ist: Im Entwurf für den Haushalt 2016 taucht das Barrier Hallenbad gar nicht mehr auf. Die Stadt plant also bereits „ohne“. Das ist die Folge eines Ratsbeschlusses von 2014, der besagt, die Stadt solle prüfen, ob es für das Barrier Hallenbad einen anderen Betreiber geben könne. Wie berichtet, hatte sich das Rathaus daraufhin an die Schwimmsparten von TuS und TSV gewendet, um über eine Übernahme des Bads zu verhandeln.

Nach mehreren Verhandlungsrunden sei man sich in weiten Teilen einig geworden, sagt Bürgermeisterin Suse Laue auf Nachfrage. Demnach würden beide Sportvereine einen Betreiberverein gründen, der das Bad so übernimmt, wie es derzeit ist. Also ohne größere Renovierung vorab.

„Strittig ist derzeit aber noch der Zeitpunkt der Übernahme“, sagt Laue. Die Stadt möchte gern früher, die Vereine möchten später. Der Vorschlag steht im Raum, dass Stadt und Vereine das Bad für eine Übergangsphase gemeinsam betreiben und erst danach die Vereine allein verantwortlich wären. Wenn die Politik dazu Ja sagt, müsste die Stadt allerdings dafür Gelder im Haushalt bereit stellen.

Fakt ist allerdings auch: Kommt es zu keiner Einigung, ist es durchaus möglich, dass das Bad zum Jahresende geschlossen wird. Die Stadt will das nicht, betont Suse Laue. Trotzdem muss sie mit dieser Möglichkeit rechnen. Mit den Schwimmmeistern hat die Verwaltung jedenfalls schon mal Gespräche über mögliche alternative Einsatzgebiete geführt.

Die Vertreter der Vereine hoffen indes, dass es nicht so weit kommt. „Wir wollen!“, verkündete Gerhard Mey, Vorsitzender des TSV Barrien, gestern, „Man muss uns nur lassen.“ Im Gespräch mit der Kreiszeitung veranschaulichten Mey und Peer Schmidt, Leiter der Schwimmsparte beim TuS Syke, am Freitagnachmittag die Pläne und die Hoffnungen, den Betrieb auf neuer Basis fortzuführen.

TuS und TSV

wollen übernehmen

Seit dem Ratsbeschluss, den Betrieb des Bades bis Anfang 2016 in andere Hände zu geben, ist viel passiert. Die Schwimmgemeinschaft sah sich in Hildesheim ein funktionierendes Bad-Konzept an, schöpfte Hoffnung. Und motivierte die eigenen Reihen: „Wir schaffen das!“

Was allerdings lange fehlte, waren „transparente Planungsvoraussetzungen“, umschreibt es Schmidt. Anders formuliert: Nötige Informationen von Seiten der Verwaltung flossen offenbar nur zögerlich. Zudem wechselte der Ansprachpartner im Rathaus gleich zweimal – wertvolle Zeit ging so verloren.

Und dann entwickelte sich die Haushaltslage in den zurückliegenden Monaten anscheinend so negativ, dass sich die „Rahmenbedingungen komplett geändert haben“, so Schmidt.

Dennoch herrscht bei dem Vereins-Duo große Zuversicht, die Aufgabe bewältigen zu können. „Der Bau ist ja keine Schrott-Immobilie“, sagt Mey. „Aber es ist so, dass die Strukturierung der nötigen Arbeiten einen erheblichen Zeitraum in Anspruch nehmen.“

Den Vereinen schwebt „ein begleitendes Jahr“ vor, nach dem die Trennung erfolgen könnte. Das bedeute ein Jahr lang Kosten für den Haushalt, aber langfristig einen großen Gewinn. Wenn die Tore nach dem Jahreswechsel geschlossen blieben, wäre das „eine Katastrophe“, findet Mey – und prognostiziert ein massenhaftes Abwandern von Schwimmern. Die wären weg. Und bleiben weg.“

Bleibt das Bad offen, kommt eine deutliche Erhöhung der Gebühren auf die Nutzer zu. Am 25. November soll es dazu ein erstes Gespräch mit den Nutzern des Bades geben.

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