Buntes Rahmenprogramm

Barrien feiert Aufnahme des Friedhofs ins immaterielle Unesco-Kulturerbe

Der Friedhof in Barrien.
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Der Friedhof in Barrien soll nach Meinung des Kirchenvorstands Teil des alltäglichen dörflichen Lebens sein. Auch deshalb lädt die Kirchengemeinde für Sonntag zum Tag des Friedhofs ein. Mit Führungen, viel Musik und einer Ausstellung.

Der kommende Sonntag steht in Barrien im Zeichen des Friedhofs. Mit einem bunten Programm feiert die Kirchengemeinde die Aufnahme ins „immaterielle Kulturerbe“ der Unesco.

Barrien – Es mag ein bisschen nach Aprilscherz klingen, stimmt aber: Der Barrier Friedhof ist Teil des Weltkulturerbes der Unesco. Ein Schild am Eingang zur Kapelle zeugt davon. „Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ steht darauf.

„Es ist nicht die Kapelle damit gemeint“, sagt Gisela Schwarz vom Friedhofsausschuss der Barrier Kirchengemeinde. „Es ist auch nicht der Platz gemeint, auf dem der Friedhof liegt.“ Sondern es geht um das, was Menschen auf dem Friedhof tun.

Zu Gertrud Mielkes Posaunentusch enthüllen Gisela Schwarz und Pastorin Susanne Heinemeyer das Schild, das den Barrier Friedhof als Teil des immateriellen Erbes Friedhofskultur der Unesco ausweist. Rechts: Hannelore Stuzmann vom Kirchenvorstand.

Das immaterielle Kulturerbe umfasst nach Definition der Unesco-Konvention Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten. Das kann beispielsweise eine Sprache sein, Musik und Tanz. Das können traditionelle Handwerkstechniken sein. Das können aber auch Rituale sein. Die „Friedhofskultur in Deutschland“ ist im März 2020 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. „Wir machen da mit, weil das eine schöne Sache ist“, sagt Gisela Schwarz.

Kleine Gärten der Erinnerung

Was ist denn das Besondere an der deutschen Friedhofskultur? – „Dass die Friedhöfe und die Gräber darauf kleine Gärten der Erinnerung sind“, erklärt Schwarz. „Und das sollte bewahrt werden.“

Klar: Auch die deutsche Friedhofskultur darf sich wandeln und verändern. Die Tendenz, dass beispielsweise Einzelgräber deutlich weniger gefragt sind als vor 50 Jahren, lässt sich nicht leugnen. Dass andere Bestattungsformen die traditionellen ergänzen oder zum Teil ersetzen, tut der Friedhofskultur an sich aber keinen Abbruch. Wenn es mehr Urnengräber und Rasengräber gibt, „dann muss das Drumherum eben bunter werden“, so Schwarz. In Barrien ist das schon lange ein fortlaufender Prozess. Alte Einzelgrabstellen werden nicht mehr neu besetzt, weil die Nachfrage nicht da ist. Lücken in den Gräberfeldern sind unübersehbar. Die Friedhofsverwaltung steuert gegen, hat Blumenfelder und Blühstreifen angelegt und Bäume gepflanzt.

Der Friedhof soll Teil des dörflichen Lebens sein.

Gisela Schwarz

„Der Friedhof soll Teil des dörflichen Lebens sein“, sagt Gisela Schwarz. Und Pastorin Susanne Heinemeyer pflichtet ihr bei: „Die Lage ist dafür ja ideal.“ Fast mitten im Ort. „Es ist zum Beispiel völlig normal, dass Kinder ihren Schulweg über den Friedhof abkürzen.“ Susanne Heinemeyer bewertet das als unverkrampften Umgang.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Die Aufnahme ins immaterielle Erbe Friedhofskultur will die Kirchengemeinde feiern. Mit einem Tag des Friedhofs am Sonntag. Ab 11 Uhr gibt es ein buntes Programm mit Musik, Führungen und einer Ausstellung. Das Team von der Kinderkirche hat ein Kinderprogramm inklusive Friedhofsrallye vorbereitet. Und es gibt einen Fotowettbewerb: „Der Friedhof mit anderen Augen“. Susanne Heinemeyer: „Die Fotos werden ausgedruckt und vor Ort aufgestellt. Nach dem Tag wählt dann eine Jury das beste Bild aus.“

Die Veranstalter hoffen, dass das Wetter mitspielt und sie das komplette Programm draußen anbieten können. Unabhängig davon gilt die 3 G-Regel: geimpft, getestet oder genesen.

Tag des Friedhofs: Programm in Barrien

11 Uhr Gottesdienst auf dem Friedhof
12 Uhr Mittagsimbiss mit Suppe und Brot
13 Uhr Konzert mit dem Kirchenchor
14 Uhr Führung „Artenvielfalt und Klimaschutz auf dem Friedhof“ mit Anni Wöhler-Pajenkamp. Treffpunkt: Kapelle. Führung „Besondere Gräber und Gedenkstätten“ mit Klaus Zimmermann.
15 Uhr Konzert mit dem Posaunenchor
16 Uhr Führungen (siehe 14 Uhr)
17 Uhr Orgelkonzert mit Svavar Sigurdsson

Aussteller: Husmann Bestattungen, Buchhandlung Schüttert, Ehrenamtlicher Hospizdienst, Steinmetz Grabowski, Imkerin Heike Engels

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