Bürgermeistertreffen in Gessel

Bahndamm, Hohlweg und Pipeline-Denkmal

Gessels Ortsbürgermeister Johann Hüneke (2.v.l.) stellte seinen Amtskollegen und der Syker Bürgermeisterin Suse Laue (links) das Dorf Gessel vor. (V.l.): Bernd Brümmer (Henstedt), Wilken Hartje (Heiligenfelde), Andreas Schmidt (Gödestorf), Anke Schwan (Steimke) und Claus Bruhm (Ristedt). - Foto: Büntemeyer

Gessel - Von Heiner Büntemeyer. Johann Hüneke, Ortsbürgermeister von Gessel, hatte am Wochenende seine Amtskollegen aus den Syker Ortsteilen sowie Bürgermeisterin Suse Laue zu einem Bürgermeistertreffen eingeladen.

Die Gruppe traf sich am Bahndamm, wo Hüneke zunächst über die Historie des Dorfes Gessel informierte, das 1211 zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden war und daher vor fünf Jahren in festlichem Rahmen unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung das 800-jährige Bestehen feierte.

Der Treffpunkt am Bahndamm war nicht zufällig gewählt, denn der Ortsbürgermeister erinnerte an die große Bedeutung, den der Bahnbau für Gessel hatte und wie sich dadurch innerhalb weniger Jahre die sozialen Verhältnisse in diesem Bauerndorf verändert hatten.

Schon beim Bau der Bahnstrecke boten sich vielen Tagelöhnern Verdienstmöglichkeiten, und als der Bahnverkehr aufgenommen wurde, gab es plötzlich neue Arbeitsplätze, etwa auf den Stellwerken und an den Schranken. Zwei Stellwerke existierten seinerzeit in Gessel, jedes war an sieben Tagen in der Woche in drei Schichten besetzt. „Hier gab es feste Arbeitsplätze, und die Familien konnten sich in Gessel ansiedeln“, berichtete Hüneke. So entstanden Eisenbahnerwohnungen und eine Siedlung weit außerhalb des Altdorfes. Die rege Bautätigkeit sorgte auch dafür, dass hier Maurer- und Zimmereibetriebe gegründet wurden.

Anschließend ging es weiter zum neuen Gesseler Ortskern mit Sportzentrum, Kindergarten, dem Feuerwehrgerätehaus und dem „Spreekenhoff“. Durch den „Spreeken“, ein 27 Hektar großes Waldgebiet, führte der Bürgermeister-Gang dann zum Hohlweg. Unterwegs erklärte Hüneke den Gästen, dass der „Spreeken“ ein Interessentenwald ist, an dem elf Interessenten unterschiedlich große Anteile besitzen.

Den Pfad zum Hohlweg hatte er selbst vormittags noch freigeschnitten, so dass die Gäste diese uralte Verbindung zwischen Leerßen und Barrien durchwandern konnten. „Alle waren von der verwunschenen Atmosphäre dieses Wegs begeistert“, berichtete Hüneke.

Natürlich wurden auch der Hohe Berg und das erst vor wenigen Tagen eingeweihte „Pipeline-Denkmal“ besucht, das allerdings nicht an den Bau der Pipeline erinnern soll, sondern an den Goldschatz, der dabei gefunden wurde.

Vorbei an den Schlatts am Archehof Evers ging es dann zur „Kokendeel“, wo die sehr informative Wanderung durch Gessel und Leerßen mit einem Imbiss und gemütlichem Klönschnack endete.

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