Bahn frei zum Rodeln am Hohen Berg

Statt Drachen nun Schlitten

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Aufräumaktion am Hohen Berg in Syke nach der Silvesterfeier: Rund 20 Helfer beseitigen in zwei Stunden die Überreste.

Gessel - Von Vivian Krause. Der eisige Wind peitscht Tristan ins Gesicht und wirbelt den Schnee um ihn herum immer wieder auf. Den Reißverschluss bis unters Kinn gezogen, die Handschuhe über die schon eiskalten Fingerchen gestülpt und den Hintern auf dem Holzschlitten platziert. Schon kann es für den Neunjährigen aus Gessel losgehen – hinunter vom Hohen Berg.

„Den Schnee haben sich die Kinder schon vom Weihnachtsmann gewünscht“, so Antje Bruns aus Lahausen, die sonst zum Drachensteigen auf den Hohen Berg kommt. Für die etwas verspätete Bescherung gibt es dennoch ein breites Grinsen von Sohn Jonas. Dieser würde zwar lieber Schneemänner bauen, aber „der Schnee pappt nicht genug“, bedauert der Vierjährige.

Rodelspaß in Syke: Klein und Groß nutzen den ersten Schnee für ein paar Abfahrten.

Das Vergnügen verdanken die Kinder nicht nur dem Schnee, der nun den langersehnten Winter beschert, sondern auch den Ortsräten Gessel und Ristedt, die den Silvesterunrat pünktlich zum Wintereinbruch aufgeräumt hatten. Dass die Kinder überhaupt unbeschwert den Berg hinunterschlittern können, liegt an etwa 20 fleißigen Helfern: Scherben, Müll und andere Reste der Neujahrsnacht haben die Ortsräte und die Ortsgemeinschaft Gessel in etwa zwei Stunden beseitigt. Rund ein Kubikmeter Abfall sei dabei zusammengekommen, so Johann Hüneke, Ortsbürgermeister von Gessel. Dass der Schnee erst einen Tag später fiel, war ein Glücksfall, denn so können die Kleinen nun gefahrlos den Rodelberg nutzen. „Das Schlimmste sind kaputte Flaschen“, so Hüneke. Die Überreste der Feierei landen nun auf dem Bauhof der Stadt. Danach belohnten sich die Helfer mit Punsch, Apfelsaft und Gebäck, denn nach der Arbeit kommt bekanntlich das Vergnügen. Und dem steht nun auch beim Rodeln nichts mehr im Wege.

Das zeigt sich auch am Kommen und Gehen der Schlittenfahrer am Berg. Mehr als 20 Leute waren laut Antje Bruns am ersten Tag des Schneetreibens dort. Aus allen Richtungen seien sie, vor allem zu Fuß, zum Berg gekommen. „Man muss jede Minute ausnutzen“, spricht sie vor allem den Kindern aus der Seele.

Auch die Zwillingsschwestern Tamara und Thekla (6) aus Barrien nutzen die ersten weißen Tage für eine Schlittenfahrt – mit Oma Elly. „Wer will mit mir runter fahren?“, ruft die – und hat damit gleich zwei begeisterte Mitrodler gefunden.

Doch der starke Wind macht auch vor den Schlitten nicht Halt: Die „Poporutscher“ werden prompt davon geweht – und leider auch viel Neuschnee. Dennoch betitelt Tristan die Schneedecke am mit einigen grünen Stellen gespickten Hohen Berg als „perfekt“.

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