Bäume abgesägt, Blumen abgeschnitten: Bereich vor dem Krieger-Denkmal zum zweiten Mal in kurzer Zeit zerstört

„Was ist denn bloß los in Ristedt?“

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Ristedts Ortsbürgermeister Claus Bruhm neben den beiden abgesägten jungen Buchen. Der Täter hat sie erneut am Rand des noch nicht sanierten Teils der Windmühlenstraße abgelegt.

Ristedt - Von Frank Jaursch. Fassungslos steht Claus Bruhm vor den beiden abgesägten Bäumen. „Ich kann das nicht verstehen“, murmelt der Ristedter Ortsbürgermeister. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben Unbekannte nachts die frisch gepflanzten Bäume auf dem Grundstück am Krieger-Denkmal abgesägt. Zudem mussten diesmal auch noch rund 200 blühende Osterglocken dran glauben.

Bloß ein Dummer-Jungen-Streich? Bruhm schüttelt den Kopf. Nicht bei der zweiten Tat innerhalb kurzer Zeit. Und vor allem nicht angesichts der Einzelheiten der Tat. „Der Täter scheint auf irgendetwas aufmerksam machen zu wollen“, ist sich Bruhm sicher.

Wie schon bei der ersten Tat vor sechs Wochen lagen die abgesägten Buchen einige Meter vom Denkmal entfernt am Rand der Windmühlenstraße. Die Täter haben sie offenbar gezielt dorthin getragen.

Eine Strecke aus abgeschnittenen Narzissen führte quer über die Straße. Die übrigen Blumen, die in den vergangenen Tagen für drei Farbtupfer im erst kürzlich umgestalteten Areal gesorgt hatten, lagen geköpft am Boden.

Bruhm ist überzeugt: „Da will jemand auf unsinnige Art und Weise seine Meinung oder Kritik kundtun.“ Als Bruhm am Dienstagabend von einer Fraktionssitzung nach Hause kam und die Stelle passierte, war noch alles in Ordnung. Gestern Morgen traf den Ortsbürgermeister dann „fast der Schlag“. Schnell bildete sich rund um den Tatort eine kleine Gruppe Menschen, die den Schaden in Augenschein nahmen. „Da hatte so mancher Tränen der Wut in den Augen“, beschreibt Bruhm. Durch Anwohner-Aussagen konnte die Tat auf den Zeitraum zwischen 22 und 6.30 Uhr eingegrenzt werden.

Bruhm versucht sich in einer möglichen Interpretation der sinnlosen und „völlig idiotischen“ Tat. Die gefällten Bäume wurden genau in einem sanierungsbedürftigen Bereich der Windmühlenstraße abgelegt, der bislang aber noch nicht saniert worden ist – im Gegensatz zum Kreuzungsbereich von Windmühlenstraße, Alter Schulstraße und Ristedter Hauptstraße, der erst 2014 komplett neu gestaltet worden war.

„Einwohner hatten das auf Ortsratssitzungen offen kritisiert“, erinnert sich Bruhm. Doch mehrfach hatte es die Erklärung der Stadtverwaltung gegeben, dass das Budget der Maßnahme damals aufgebraucht gewesen sei. Der Rest der Sanierung werde bald nachgeholt.

Will also der Täter mit den Sachbeschädigungen die Stadt schädigen? Eine Milchmädchenrechnung, ist sich Bauhofleiter Stefan Meyer sicher. Er nahm den Schaden gestern Mittag in Augenschein. „Das müssen alle Syker mit zahlen“, erklärt er. Alles in allem würde der Syker Haushalt durch die Tat mit rund 500 Euro an Material- und Arbeitskosten belastet.

Ein weiteres Fahrzeug des Bauhofs kommt beim Denkmal an. Zwei Mitarbeiter steigen aus: Sie sollen die zerstörten Pflanzen abholen. , fragt einer den Ortsbürgermeister. Der zuckt nur ratlos mit den Schultern.

Nach dem ersten Baumfrevel Anfang März hatte die Stadt noch von einer Anzeige abgesehen. Nach der zweiten Tat sieht Bruhm den Moment gekommen, die Polizei einzuschalten. Er appelliert an die Täter, ihre Kritik anders zu artikulieren. Sei es mit einem Brief oder Anruf – oder auch mit einer anonymen Mitteilung. „Mittlerweile dürfte jeder in Ristedt wissen, wo ich wohne.“

Alternativ lädt er den Täter ein, sich aktiv in Sachen Dorfpolitik einzubringen. „Er kann gern im Ortsrat mitmachen und da seine Ideen und seine Kritik anbringen.“

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