Feldrundfahrt des Landvolks präsentiert moderne Landwirtschaft: Energieproduktion und Tierschutz-Transporte prägen den Alltag

Bäuerin hat keinen Acht-Stunden-Tag

Susanne Zimmermann (l.) steht als Landwirtin ihre Frau – und betreut Rindvieh, Mastschweine und Land. - Fotos: Niederheide

Syke - Von Dieter Niederheide. Susanne Zimmermann (43) steht als Landwirtin auf ihrem Hof in Pestinghausen hundertprozentig ihre Frau. Jetzt gab sie den Teilnehmern der Feldrundfahrt des Landvolk-Kreisverbandes Mittelweser Einblick in ihre Arbeit und den Bauernhof.

Den bewirtschaftet sie mit Hilfe ihres Mannes, der noch seinen Hauptberuf ausübt, und der Eltern. Ein Acht-Stunden-Tag reicht der Landwirtin, Ehefrau und Mutter nicht, wenn sie sich um 100 Stück Rindvieh (darunter 50 Milchkühe), 250 Mastschweine und rund 80 Hektar Land kümmern muss. Vor 17 Jahren hat sie den Hof, zu dem ihr Großvater mit einer Gastwirtschaft und Landwirtschaft das Fundament legte, von den Eltern übernommen. Agrarwirtschaft hat sie in Göttingen studiert.

Imposant: Das Blockheizkraftwerk an der La-Chartre-Straße in Syke erläutern (v.l.) Wilken Hartje und Andreas Schütze.

Die Frauen und Männer, die an der von Kreislandwirt und Kreislandvolk-Vorstandsmitglied für den Bezirk Syke, Wilken Hartje, bestens organisierten Feldrundfahrt teilnahmen, waren von der Leistung der Landwirtin beeindruckt. Die Rundfahrt startete in überdachten Anhängern, von Treckern gezogen, auf dem Hof von Stefan Landsberg in Gessel. Unter den Gästen auch Landrat Cord Bockhop, Bürgermeisterin Suse Laue, der Landtagsabgeordnete Volker Meyer, Lars Nordbruch als Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes sowie Landvolk-Geschäftsführer Olaf Miermeister. „Syke war früher Schweinehochburg“, stellte Organisator Wilken Hartje fest. Aber heute würden erneuerbare Energien in Syke eine gewichtige Rolle spielen. Erstes Ziel war das Blockheizkraftwerk am Schulzentrum La- Chartre-Straße. Die Jahresleistung der Anlage wurde mit drei Millionen Kilowatt Strom und drei Millionen Kubikmeter Wärme angegeben. Anfangs sei der Schallschutz ein Problem gewesen. Geschäftsführer Andreas Schütze sagte, dass mit der Anlage gute Erfahrungen gemacht wurden und die Entscheidung eine richtige gewesen war. Engagiert bei dem Projekt Fernwärme: die Stadt Syke und der Landkreis. Ein weiteres Rundfahrt-Ziel war im Gewerbegebiet die Erzeugergemeinschaft für Qualitätstiere (EfQ). Geschäftsführer Stefan Willenborg nannte zunächst einige Meilensteine der am 2. Februar 1928 gegründeten Genossenschaft, um dann auf die Gegenwart einzugehen: „Wir transportieren Tierschutz.“ Während der Internationalen Grünen Woche 2016 in Berlin sei der begehbare Tiertransporter ein Magnet für die Besucher gewesen.

Mit einem landwirtschaftlichen Kraftpaket von 390 PS wurde die Gruppe auf einer Wiese an der Moorheide konfrontiert. Stefan Landsberg präsentiert einen modernen Gülleausbringer und versicherte: „Die Investition war ein richtiger Schritt.“

In der Halle des Hofes Landsberg klang abschließend die Rundfahrt beim Grillen und Schnacken aus, man diskutierte über die vorgestellten Objekte und neugewonnenen Eindrücke aus der Landwirtschaft.

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