L 340-Kreuzung bald wieder befahrbar

Baustelle an der B 6: Händler stehen am Abgrund

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Die Sperrung der Bundesstraße 6 wegen der Straßensanierung hat in den vergangenen Wochen den Umsatz bei den meisten anliegenden Gewerbetreibenden um rund die Hälfte einbrechen lassen. Der Parkplatz des Böse-Marktes (Foto) ist selbst zur besten Einkaufszeit am Spätnachmittag nur sehr mäßig gefüllt.

Barrien - Von Frank Jaursch. Tobias Kunstmanns Stimme klingt resigniert. „Ich hab noch nie so viel Ware wegschmeißen müssen“, seufzt der Inhaber des Martini. Das Restaurant an der B 6 spürt die Auswirkungen der Sperrung bis ins Mark: Rund die Hälfte des Umsatzes ist weggefallen. Kunstmann ist nicht der einzige Gewerbetreibende, der unter den ausbleibenden Kunden ächzt. Eine ganze Reihe von Barrier Händlern steht unmittelbar vor dem Abgrund.

Die Sanierung der Bundesstraße befindet sich in der dritten Woche, die Arbeiten laufen wie geplant. Wenn das Wetter trocken bleibt, soll die Kreuzung von L 340 und B 6 Ende kommender Woche wieder geöffnet werden, kündigte Uwe Schindler, Bereichsleiter im Straßenbauamt Nienburg, auf Nachfrage an. Die Krusenberg-Kreuzung in Barrien hingegen dürfte noch eine ganze Weile gesperrt bleiben.

Jeder Tag, an der die Kunden einen erheblichen Umweg fahren müssen, ist für die B 6-Händler eine Katastrophe. „Die Leute finden ja nicht her“, erklärt der stellvertretende BBM-Leiter Dietmar Ollech. Und wenn sie mal da sind, finden sie oft nicht ohne große Umwege zurück nach Hause. Selbst örtliche Lieferanten kurven kilometerweit herum.

„Die Einbußen beeinträchtigen jetzt sogar schon das Weihnachtsgeschäft“, sagt Georg Rathkamp vom Nah & frisch-Markt Böse. 40 Prozent weniger Umsatz stehen bei ihm zu Buche. Rathkamp moniert die ungenügende Kommunikation der Baufirma, die auch auf Nachfrage weder über aktuelle Entwicklungen noch über aktuelle Umleitungen und Sperrungen informiert. Er sieht dort eine „Bringschuld“ von Informationen. „Aber von da gibt es ja kein Statement.“

„Weiß nicht, woher ich Geld nehmen soll“

Gerade für die kleinen Betriebe geht es längst ums Überleben. In die Verzweiflung mischt sich hier und da schon mal Resignation. „Ich muss heute Abend eigentlich Ware einkaufen“, sagt Martini-Inhaber Tobias Kunstmann. „Aber ich weiß nicht, woher ich das Geld nehmen soll.“

Eine echte Lösung hat keiner der betroffenen Händler im Kopf. Nur eine Hoffnung: Dass die Besucher – vielleicht jetzt erst recht – den größeren Aufwand auf sich nehmen. Kunstmann: „Ich würde mir wünschen, dass wir danach einen kleinen Boom erleben.“ Jetzt – oder spätestens, wenn der ganze Spuk vorbei ist.

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