Stadtplanung als Projekt: Schüler gestalten Plätze in der Syker Innenstadt

Autos raus – Wasser marsch

Im Original sieht der Einmündungsbereich Gesseler Straße  / Plackenstraße eher nüchtern bis trostlos aus.
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Im Original sieht der Einmündungsbereich Gesseler Straße  / Plackenstraße eher nüchtern bis trostlos aus.

Syke – Offen, mulitfunktional, mit viel Grün und viel Wasser und vor allem: ohne Autos. So stellen sich die Schüler vom Leistungskurs Kunst im 13. Jahrgang des Gymnasiums öffentliche Plätze in Syke vor. Ihre Ideen haben sie im Unterricht bei Matthias Radeck in Modelle umgesetzt.

„Bild des Raumes“ nannte sich das Thema, das ihnen im Rahmen des Zentralabiturs aus Hannover vorgegeben worden war. Ausgehend vom Konzept der „idealen Stadt“ aus der Renaissance, haben sie reale Plätze im öffentlichen Raum untersucht. Am Ende stand die Aufgabe, einen bereits in Syke existierenden Platz umzugestalten.

Drei Möglichkeiten standen zur Wahl: Der Torbogenplatz am Eingang der Hauptstraße, der Ernst-Boden-Platz an ihrem anderen Ende und das Dreieck, das die Hauptstraße mit der Plackenstraße und der Gesseler Straße bildet. Für jeden der drei Plätze fanden sich Arbeitsgruppen, wobei der Torbogenplatz am häufigsten gewählt wurde. Gleich vier Gruppen arbeiteten daran.

Allen vier Konzepten gemeinsam ist: Die Pkw-Stellplätze, die heute den größten Teil des Grundstücks vor den Geschäften im Haus Schlossweide 1 einnehmen, verschwinden bei den Schülern komplett. Ebenso beziehen alle vier die angrenzende Hache mit ein. Etwa mit großen Freitreppen hinab zum Fluss oder Bootsdeck-artigen Terrassen. Eine Gruppe hat die Hachebrücke am Mühlendamm mit durchsichtigem Boden dargestellt, um den Fluss erlebbarer zu machen.

Das Wasserspiel, das heute den Parkplatz von der Schlossweide trennt, wird bei zwei Gruppen zum Ursprung für längere Wasserläufe. In einem Fall quer über den Platz, im anderen Fall unter dem Mühlendamm hindurch und auf der anderen Seite an der Oberfläche die Hauptstraße entlang. In einer Form und Größe, dass dieser Wasserlauf zwar erlebbar wäre, aber niemand nasse Füße befürchten müsste.

Ebenfalls Bestandteil mehrerer Entwürfe: Das grüne Syke-Ypsilon. Teils als Abgrenzungselement, teils als Fahrradständer gedacht.

„Der Platz sieht heute nicht aus wie ein Platz“, sagt Pia Meyer. „Deshalb bietet er viel Raum für Gestaltung.“ Sie und Mitschülerin Nele Siemer hatten in ihrem gemeinsamen Entwurf den Umzug von Weymann direkt an die Straßenecke gedanklich schon vorweggenommen. Auch in ihrem Modell taucht ein typisches Syker Element auf: Ein Blumenbeet in Form der Bärentatze aus dem Syker Stadtwappen.

Der optisch insgesamt wohl radikalste Entwurf stammt von Emily Abelmann und Eske Beckefeld: Sie machen aus dem unbebauten Grundstück auf dem Dreieck zur Hauptstraße einen kleinen Park mit einem Teich als buchstäblich zentralem Element. Eine hölzerne Terrasse bietet Möglichkeiten für das benachbarte Restaurant, aber auch für kleinere Kulturveranstaltungen. Den angrenzenden Parkplatz verlagern sie ein Stück weiter nach hinten, verwandeln mit naturnahen Materialien erstens die geraden Kanten in weiche, organischere Formen und lassen zweitens auf diese Weise die Autos aus dem Blickfeld verschwinden.

Grundsätzliche Machbarkeit war übrigens ein Kriterium, das Lehrer Matthias Radeck vorgegeben hatte. Nicht berücksichtigen mussten die Schüler dabei allerdings die Eigentumsfrage, Kosten und Statik. „Das wäre eine Überforderung gewesen“, sagt Radeck.

Die Modelle werden nächstes Jahr öffentlich zu sehen sein: Traditionell ermöglicht die Kreissparkasse den Kunstleistungskursen Ausstellungen für die Resultate ihrer praktischen Arbeiten. „Der Termin steht schon fest“, sagt Radeck. „Vom 14. Januar bis zum 2. Februar. Einziger Wermutstropfen dabei: „Eine große Vernissage wie in früheren Jahren wird’s nicht geben.“

Von Michael Walter

Stadtplanung als Projekt im Kunst-Leistungskurs am Gymnasium: Emily Abelmann und Eske Beckefeld haben den optisch wohl radikalsten Entwurf zur Neugestaltung eines Platzes in Syke erarbeitet.

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