Sieben Gegenstimmen und sechs Enthaltungen zur Wiedereinführung

Satte Mehrheit für SY

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Der entscheidende Moment am Montag im Kreistag: Die Mehrheit der Abgeordneten stimmt im Neubruchhauser Hotel „Zur Post“ für die Wiedereinführung des SY-Kennzeichens – es ist das Ende einer mehr als fünf Jahre langen Geschichte.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Mit sieben Gegenstimmen und sechs Enthaltungen hat der insgesamt 63 Mitglieder starke Kreistag am Montag die Rückkehr des SY-Kennzeichens beschlossen – und damit einem Bürgerwunsch stattgegeben.

Durch die lebhafte Kennzeichen-Diskussion im Neubruchhauser Hotel „Zur Post“ zog sich unterschwellig eine Botschaft: Es gibt Wichtigeres in der Kreispolitik als das SY-Kennzeichen. Genau das schien die Internet-Petition „Ich will es zurück“ (www.change.org) zu bestätigen: Zwei Stunden nach der Kreistagssitzung hatten erst 480 Bürger unterzeichnet. Kreistagsvorsitzender Hans-Ulrich Püschel (CDU) eröffnete die Beratungen mit einer ausgiebigen Betrachtung der Kennzeichen-Historie – und löste mit seinem Hinweis, dass beispielsweise die Gemeinde Stuhr kein eigenes Kennzeichen beantragen könne, ein ironisches „Ooooch“ im Plenum aus.

„Für mich sind SY nur zwei Buchstaben“

Landrat Cord Bockhop erinnerte an die emotionale Kennzeichen-Debatte vor fünf Jahren („Das war nicht gut, das möchte ich nicht wieder erleben!“). Diesmal hatte er dem Kreistag den Vorschlag zur Wiedereinführung selbst unterbreitet – und das beim 40. Geburtstag des Landkreises angekündigt. Bewusst zitierte Bockhop am Montag aus der E-Mail eines Bürgers an ihn: „Für mich sind SY nur zwei Buchstaben – es gibt wichtigere Dinge.“

Das bestätigte Edith Heckmann für die CDU-Fraktion. „Nichtsdestotrotz werde ich als Sykerin dafür simmen“ erklärte sie zum SY-Kennzeichen. Wenn es jetzt Bestrebungen für ein lebenslanges Kennzeichen gebe, dann führe das die Diskussion von 2013 ad absurdum.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Astrid Schlegel, die seit drei Jahrzehnten im Landkreis lebt, befürwortete durchaus die individuelle Kennzeichen-Gestaltung – gleichwohl, wie sie versicherte, ihr selbst das DH-Kennzeichen vertraut sei. Sie gehe davon aus, so die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, „dass größtenteils die Stadtbewohner von Syke das neue Kennzeichen wählen“.

„Thema vor fünf Jahren abhaken können“

Als Fraktionschef der Grünen stellte Ulf Schmidt klar, dass die Wiedereinführung des SY-Kennzeichens ja mit keinerlei Nachteilen verbunden sei. Er bedauerte allerdings, dass seine Partei-Kollegin Kristine Helmerichs im Fachausschuss missverstanden worden sei in ihrem Bemühungen ihres Ausdrucks, dass es Wichtigeres gebe als das SY-Kennzeichen.

„Wir hätten das Thema schon vor fünf Jahren abhaken können!“, blickte Hermann Schröder als Fraktionschef der Freien Wählergemeinschaft auf den Antrag auf Wiedereinführung des SY-Kennzeichens, den er schon 2012 gestellt hatte. Möglich sei diese Wiedereinführung aber erst nach dem 40. Landkreis-Geburtstag: „Es brauchte eine gewisse Reife, eine gewisse Gelassenheit...“, formulierte es Schröder.

Für die AfD lobte Harald Wiese die Wiedereinführung: „Den Bürgern wird eine Wahlmöglichkeit gegeben. Darüber freuen wird uns.“

„So einfach ist die Welt...“

Marco Genthe erinnerte für die Liberalen an die Diskussion vor fünf Jahren, in der die Wiedereinführung des SY-Kennzeichens „als Untergang des Landkreises Diepholz“ erschienen sei. „Was hat sich geändert?“, frage Genthe – und gab folgende Antwort: „Damals ging die Initiative vom Syker Bürgermeister Harald Behrens aus – jetzt vom Landrat. So einfach ist die Welt...“

Für die zwei Abgeordnete starke Fraktion der Linken kündigte Peter Faßbinder „hundertprozentige Zustimmung an“, die es nicht in allen Fraktionen gab. Frank Schröder (CDU) stellt mit Blick auf den Wahlspruch seiner Heimatgemeinde fest: „Gemeinsam sind wir Stuhr. Gemeinsam sind wir der Landkreis Diepholz – DH.“

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