92 Aussteller bei der Berufs-Informations-Börse/ Internationale Eröffnung

„Den Rekord gebrochen“

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Die spanische Sängerin Inés Bernaldo Martorel bei ihrem eindrucksvollen Vortrag.

Syke - Von Anke Seidel. „Wir haben den Rekord gebrochen“, verkündete Horst Burghardt als Leiter der BBS Europaschule Mittwoch Abend vor rund 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Institutionen, Verbänden und Behörden – und blickte auf 92 Aussteller bei der Berufs-Informations-Börse (BIB) in Syke: Die höchste Zahl seit dem Bestehen dieser dreitägigen Messe.

Die Eröffnung der 14. Auflage war geprägt von internationalem Flair: Mit gefühlvollen Balladen gestalteten Schülerinnen und Schüler aus Spanien, Polen, Italien sowie der BBS das Rahmenprogramm – und präsentierten zum Finale eine internationale Version von John Lennons „Imagine“.

Die offizielle Eröffnung übernahm als Schirmherr der stellvertretende Landrat Ulf Schmidt, der die BIB so gut wie kein anderer kennt: Von der Gründung bis zu seiner Pensionierung im Sommer 2015 hatte er sie federführend organisiert. Wie die Berufsmesse in Diepholz habe die BIB enormen Stellenwert für Schüler und Firmen, sagte Schmidt. Die Berufswahl sei eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben. Die BIB ermögliche nicht nur Orientierung, sondern ebenso Kontakt zu Ausbildungsfirmen.

„Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen“, so der stellvertretende Landrat, der 14 Jahre „Mister BIB“ gewesen war. Mit diesem Titel zeichnete BBS-Direktor Burghardt gestern Abend Dennis Hammer aus – vor einem aufmerksamen Publikum, das im Verlauf des Festaktes immer wieder applaudierte.

Genau das wäre Max und Lisa nicht passiert. Sie hätten nur mit ihrem Handy hantiert. Davon war Moritz Becker, Dozent und Sozialarbeiter des Vereins „Smiley“, fest überzeugt. Der Referent erläuterte ebenso lebensnah wie unterhaltsam, warum Max und Lisa – zwei imaginäre Schüler – gar nicht anders hätten handeln können: Mit komödiantischem Talent und treffenden Beispielen entlarvte Becker die moderne „Nabelschnur“ zwischen Schulkameraden, Freunden und Gruppen, die heute über das Handy läuft: über den Nachrichtendienst WhatsApp. In Echtzeit, ohne förmliche Anrede wie einst auf einer Postkarte oder heute bei E-Mails – und mit gnadenloser Transparenz.

Fatal, wenn ein unglückliches Mädchen ihrem Freund über WhatsApp ihr Herz ausschüttet und am blauen Häkchen erkennt: Ihr Vertrauter hat die Nachricht gelesen – meldet sich aber nicht zurück. Dass er im echten Leben ganz plötzlich als Fußballspieler eingewechselt worden ist, teilt die Technik nämlich nicht mit. „Es ist ein furchtbares Gefühl, auf eine Nachricht zu warten“, erklärte Becker den Grund für das so oft stoische Starren junger Menschen auf ihr Handy.

Die Konsequenz des Experten für neue Medien: „Wir brauchen einen WhatsApp-Knigge“. Max und Lisa – die erste Generation mit diesem Echtzeit-Nachrichtenprogramm auf dem Handy – müssten lernen, Spielregeln dafür zu entwickeln: „Damit sie am Berufsleben teilnehmen können!“ Und im Schulalltag? Den Lehrkräften riet Becker, sich Rituale für den Unterricht auszudenken: „Alles hat seine Zeit. Auch das Handy!“ Vor allem aber appellierte er an die Pädagogen und an die Gesellschaft grundsätzlich, jungen Menschen Aufmerksamkeit, Anerkennung und Orientierung zu geben, weil junge Menschen genau das in den sozialen Netzwerken wie auch Instagram oder Facebook suchen: Durch ihre Fotos Likes, sprich „Gefällt-mir“-Klicks, und damit so viel Anerkennung wie nur möglich zu erhalten.

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