Vermieter kündigt Vertrag

Ausgeknuspert: Stoffregen schließt Filiale am Syker Mühlendamm

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Schließt zum Jahresende: Stoffregens Knusperhaus am Mühlendamm.

In der Syker Innenstadt endet eine Ära. Die Fleischerei Stoffregen schließt ihr Knusperhaus am Mühlendamm zum Jahresende. Der Vermieter hat den Vertrag gekündigt.

  • Fleischerei Stoffregen schließt Filiale in Syke
  • Betrieb mit Hauptsitz in Asendorf geht weiter
  • Fleischerei will Syke verbunden bleiben

Syke - Der Name kam irgendwie ganz von allein: Knusperhäuschen hatten die Syker das rekonstruierte Fachwerkhaus bei der Hachebrücke am Mühlendamm vom Fleck weg getauft. Ein Feinschmecker-Restaurant war da mal drin, dann lange Zeit ein Bistro. Als 2001 die Fleischerei Stoffregen dort einzog, wurde der Name sogar offiziell: Als Stoffregens Knusperhaus firmierte der Standort damals. Jetzt hat es sich ausgeknuspert: Die Fleischerei Stoffregen schließt mit Wirkung zum 31. Dezember ihre Filiale am Mühlendamm.

Stoffregen: Ab 2020 nur noch in Asendorf und Hoya

„Der Vermieter hat uns gekündigt“, sagt Peter Glienke lapidar. Der 55-Jährige hatte 2009 die Fleischerei Stoffregen übernommen, als sich Heiko Stoffregen aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Seitdem leitet Glienke den Betrieb mit Hauptsitz in Asendorf und Filialen in Syke und Hoya als Inhaber und Geschäftsführer.

Ab 2020 gibt es nur noch zwei Standorte. Dass die Schließung der Syker Filiale im Raum stand, hatte sich schon vor geraumer Zeit unter den Stammkunden herumgesprochen. Peter Glienke hielt sich mit offiziellen Aussagen dazu allerdings noch bedeckt. Denn gemeinsam mit der Stadtverwaltung und der Werbegemeinschaft hatte er nach Alternativen in der Syker Innenstadt gesucht. Diese Möglichkeit hat sich jetzt allerdings zerschlagen.

Peter und Martina Glienke leiten die Firma Stoffregen seit 2009.

„Wir haben uns mehrere Ladenlokale an der Hauptstraße angesehen“, erzählt Glienke. Alle hatten eines gemeinsam: Sie waren nicht für den Verkauf von Fleischerei-Produkten und tellerfertigen Mittagstisch-Gerichten gebaut worden. Das hätte beträchtliche Umbaumaßnahmen bedeutet. Und damit hohe Kosten. Eine langfristige Finanzierung, die weit über den Beginn des Rentenalters von Peter Glienke und seiner Frau Martina hinaus gegangen wäre. „Und Kinder, die den Betrieb mal übernehmen könnten, haben wir nicht“, erklärt er. „Deshalb haben wir uns dagegen entschieden.“

Stoffregens Knusperhaus: Letztmalig Heiligabend geöffnet

Damit endet die Ära Stoffregen am Mühlendamm mit dem 31. Dezember. Zum letzten Mal geöffnet ist das Geschäft Heiligabend vormittags. Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester benötige der Betrieb zum Ausräumen des Inventars, sagt Glienke.

Eine Art Abschiedsparty oder Kehraus ist nicht geplant. Das fänden Peter und Martina Glienke unpassend. Es soll allerdings Mitte Dezember zwei kleine Dankeschön-Aktionen für die Stammkunden geben.

„Das war keine leichte Entscheidung für uns“, fasst Peter Glienke zusammen. „Es war vor allem schwer, das den Mitarbeitern zu erklären.“ Ehefrau Martina, die im Betrieb fürs Büro und Personal zuständig ist, ergänzt: „Leute wie Anne Essmann, die seit fast 40 Jahren im Unternehmen ist und den Laden in Syke mit aufgebaut hat, waren natürlich ganz traurig. Aber sie können die Entscheidung nachvollziehen.“

Syker Mitarbeiter bleiben bei Stoffregen

Alle Mitarbeiter der Syker Filiale können im Unternehmen bleiben, betont Peter Glienke. Der Stammsitz in Asendorf soll ausgebaut werden. Und auch wenn es keinen eigenen Laden mehr in Syke gibt: So ganz aufgeben will er den Standort dann auch nicht. „Famila hat bereits seit zweieinhalb Jahren Produkte von uns im Sortiment. Das möchten wir jetzt ausbauen.“ Gespräche darüber hat es laut Peter Glienke schon gegeben. „Aber die Fleischtheke dort werden wir definitiv nicht übernehmen.“

Auch die Zusammenarbeit mit der Syker Werbegemeinschaft möchte Glienke aufrecht erhalten und sich weiterhin mit Verkaufsständen an Stadtfesten wie Frühlingsmarkt und Herbstmarkt beteiligen. Er könnte sich auch einen Stand auf dem Wochenmarkt gut vorstellen. „Da gibt es allerdings noch ein Fragezeichen. Aber wir arbeiten daran.“

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