Aus der Volksbank in Heiligenfelde soll eine Apotheke werden

Pflaster statt Zaster

„Apotheker gesucht“: Die Eigentümerinnen sowie die Spitzen aus Verwaltung und Politik sind zuversichtlich, dass Heiligenfelde bald eine Apotheke bekommt. Von links: Ortsbürgermeister Wilken Hartje, Veronika Matt, Diana Spitzer, Bürgermeisterin Suse Laue sowie Erster Stadtrat und Wirtschaftsförderer Thomas Kuchem.
+
„Apotheker gesucht“: Die Eigentümerinnen sowie die Spitzen aus Verwaltung und Politik sind zuversichtlich, dass Heiligenfelde bald eine Apotheke bekommt. Von links: Ortsbürgermeister Wilken Hartje, Veronika Matt, Diana Spitzer, Bürgermeisterin Suse Laue sowie Erster Stadtrat und Wirtschaftsförderer Thomas Kuchem.

Veronika Matt und Wilken Hartje kennen sich schon lange. Von daher ist es auch nicht indiskret, wenn die 38-Jährige ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert: Als sie dem Heiligenfelder Ortsbürgermeister zum ersten Mal erzählt hat, was sie vorhat, sei seine spontane Reaktion gewesen: „Veronika, es gibt ja viele Kraut-und-Rüben-Ideen. Aber diese ist großartig!“ Aus der Volksbank in Heiligenfelde soll eine Apotheke werden.

  • Schwestern kaufen Geschäftsstelle und bauen sie um
  • Suche nach Apotheker hat begonnen
  • Ziel: Eröffnung Frühjahr 2022

Heiligenfelde – Zusammen mit ihrer Schwester Diana Spitzer hat Veronika Matt das Gebäude an der Heiligenfelder Straße 20 von der Volksbank gekauft. Nicht zum ersten Mal übrigens, dass die Schwestern der Volksbank eine Geschäftsstelle abkaufen: In Neubruchhausen haben sie das erst kürzlich schon einmal getan. Dort wollen sie einen SB-Dorfladen einrichten (wir berichteten). Ihre Motivation ist dort wie hier die gleiche: „Gewerbe erhalten und einen Mehrwert für die Gemeinde schaffen.“

Insgesamt sieht Heiligenfelde in Sachen Nahversorgung eigentlich ganz gut aus. Supermarkt, Tankstelle, Handwerker, Ärztehaus: alles da. „Das Einzige, was wirklich fehlt, ist eine Apotheke“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. Genau das wollen die Schwestern jetzt ändern.

„Immobilien fanden wir schon immer interessant“, sagt Diana Spitzer. Und Veronika Matt ergänzt: „Wir haben schon einige Häuser zusammen gebaut.“

Die alte Volksbank-Geschäftsstelle kennt Matt wie ihre Westentasche. Sie wohnt nur einen Katzensprung entfernt, und bis vor ein paar Jahren hat sie selbst noch dort gearbeitet. Die Größe passt, der Parkplatz passt und das Einzugsgebiet passt, sagt sie. „Das ist für eine Apotheke lukrativ.“

Anfang Juli soll der Umbau beginnen. Die Wohnungen im Obergeschoss sollen erhalten bleiben. Im Dachgeschoss soll eine weitere dazukommen. „Bezahlbares Wohnen“ ist dafür das Stichwort. „Wir hoffen, zum Jahreswechsel sind wir mit dem Gröbsten durch“, sagt Veronika Matt. Ziel ist, im Frühjahr 2022 die Apotheke zu eröffnen. „Das ist auch hinzukriegen.“

Fehlt bloß noch der Apotheker. Die Suche beginnt ab sofort. Indes: Apotheker ohne Apotheke stehen nicht gerade Schlange. Eher ist der umgekehrte Fall normal: Dass etablierte Apotheker einen Nachfolger suchen und nicht finden. Warum sollen also Vertreter dieser seltenen Spezies ausgerechnet Heiligenfelde interessant finden?

„Weil sie hier alles neu gestalten könnten“, kommt Veronika Matts Antwort wie aus der Pistole geschossen. „Hier muss man kein 40 Jahre altes Mobiliar übernehmen, sondern kann sich alles so einrichten, wie man es selber möchte.“ Und zweites Argument pro Heiligenfelde: „Wir sind private Vermieter, kein gewerbliches Immobilienunternehmen, keine Kapitalgesellschaft.“

Wilken Hartje drückt den Schwestern jedenfalls aufrichtig die Daumen. „Der Ortsrat wünscht sich schon lange eine Apotheke. Aber wir haben das immer für unrealistisch gehalten. Das Volksbank-Gebäude passt dafür super.“

Für die Volksbank sei diese Entwicklung auch „ein sehr elegantes Ende“, sagt Hartje und blickt in die Geschichte:

Das Gebäude stammt aus den 1960er Jahren. „Ursprünglich war da die genossenschaftliche Spar- und Darlehenskasse drin“, sagt Hartje. „Das war damals die Größere der beiden Banken am Ort.“ Die Zeiten änderten sich. „Personaltechnisch war Heiligenfelde irgendwann nur noch eine ganz kleine Geschäftsstelle.“ Zuletzt gab es dort nur noch SB-Automaten. Und Ende Juni wird sie ganz geschlossen.

Infos und Kontakt

ve-di@gmx.de
t.kuchem@syke.de

Von Michael Walter

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Bayern feiern Titel mit Gala - Lewandowski-Tore 37, 38, 39

Meistgelesene Artikel

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar

Todesfall nach Corona-Impfung im Landkreis Diepholz – Zusammenhang unklar
Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist

Ikea-Besuch: Warum der Möbelhaus-Horror im Lockdown plötzlich schön ist
Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz

Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz

Familienfehde in Diepholz eskaliert: Großer Polizeieinsatz
Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Fahrrad-Stau im Diepholzer Fundbüro

Kommentare