Erst Mitte 2019

Aufzug für die GS Lindhof: „Ein Einbau jetzt macht keinen Sinn“

Syke - Von Michael Walter. Der benötigte Aufzug an der Grundschule am Lindhof lässt noch ein weiteres Jahr auf sich warten. Das bestätigte die im Rathaus zuständige Fachbereichsleiterin Claudia Prößler am Mittwoch im Schulausschuss auf Nachfrage der Schulleiterin Ursula Buchwald-Wachendorf – und erntete dafür gleichermaßen Kritik wie Unverständnis vor allem der Elternvertreter in den Zuhörerreihen.

Der Einbau sei zeitlich nicht zu leisten, hatte Prößler begründet. Der Gegenwind ließ nicht lange auf sich warten: Seit vier Jahren habe die Stadt gewusst, dass der Aufzug nach den Sommerferien 2018 benötigt werde. Wie könne es da angehen, dass es jetzt heißt, der Einbau sei vor den Sommerferien 2019 nicht mehr zu schaffen?

Noch am wenigsten Vorwürfe macht Holger Raphael, dessen Sohn der Auslöser des Ganzen ist, der Stadtverwaltung. Sein Filius ist körperbehindert, auf den Rollstuhl angewiesen und kommt im Sommer in die dritte Klasse. Lassen sich die Jahrgangsbereiche für die ersten und zweiten Klassen noch ebenerdig erreichen, gelangt man in die Jahrgangsbereiche 3 und 4 nur über Treppen. Einen Aufzug dorthin gibt es bisher nicht. Die Stadt als Schulträger ist ohnehin rechtlich verpflichtet, auch Rollstuhlfahrern einen ungehinderten Schulbesuch zu ermöglichen (Stichwort Inklusion). Dass dieser Fahrstuhl genau jetzt benötigt wird, war bereits klar, als Holger Raphaels Sohn noch im Kindergartenalter war.

Brandschutzkonzept problematisch

Hätte er sein Kind nicht besser gleich an einer behindertgengerechten Schule anmelden sollen? „Das haben wir uns ja auch überlegt“, sagt er auf Nachfrage der Kreiszeitung. „Wir haben aber vor vier Jahren die Auskunft erhalten: Erstens gibt es so eine Schule in der näheren Umgebung nicht, und zweitens wird die Grundschule am Lindhof ohnehin umgebaut. Darauf haben wir uns verlassen.“

Dass es nun mit dem Lift nicht rechtzeitig klappt, habe man auch im Rathaus nicht kommen sehen, sagt Bauamtsleiter Hein Sievers auf Nachfrage. „Das große Problem ist, wie man diesen Aufzug in das Brandschutzkonzept einbezieht“, erklärt er. „Vor vier Jahren war uns noch nicht klar, dass wir auch für den Altbestand an der Schule so ein Konzept brauchen. Das wurde uns erst im Zuge des Mensa-Anbaus bewusst. Die Konzeption ist immer noch nicht abgeschlossen. Es macht aber keinen Sinn, jetzt einen Aufzug zu installieren, wenn nicht klar ist, wie die brandschutztechnische Abschottung funktionieren soll.“

Treppenhaus einzige Möglichkeit für den Lift

Das gesamte Treppenhaus der Schule ist eine offene Konstruktion. Es muss so umgebaut werden, dass sich ein Feuer nicht über das Treppenhaus von einem Trakt zum anderen ausbreiten kann. Gleichzeitig ist es auch der einzige Bereich, in den sich der erforderliche Fahrstuhl überhaupt einbauen ließe.

Für Holger Raphaels Sohn bleiben jetzt zwei Möglichkeiten. Er könnte doch noch an eine andere Schule gehen. In Frage kämen da inzwischen die Grundschule in Heiligenfelde oder auch die neue Grundschule an der Ferdinand-Salfer-Straße. Die Alternative dazu wäre: Die Jahrgänge 2 und 3 tauschen ab Sommer ein Schuljahr lang die Jahrgangsbereiche. Die dritten Klassen wären dann da, wo jetzt die zweiten sind – und damit ebenerdig erreichbar.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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