Buch über therapeutische Malgruppe

Aufblühen durch Kunst

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Die Erfahrungen aus zehn Jahren Kunsttherapie am DRK-Seniorenheim am Friedeholz hat Autorin Akkela Dienstbier (links) zu einem Buch zusammengefasst. Rechts: Kunsttherapeutin Christina Völker, im Hintergrund Heimleiter Jürgen Büsen.

Syke - Von Michael Walter. Kunst als Therapie bei Senioren mit Demenzerscheinungen – im DRK-Seniorenheim am Friedeholz ist das seit mittlerweile zehn Jahren Alltag. So lange betreut die diplomierte Kunsttherapeutin Christina Völker dort schon eine Malgruppe. Die Erfahrungen daraus hat jetzt die Bremer Autorin Akkela Dienstbier zusammengefasst und als Buch veröffentlicht.

„Kunst und Kompetenzen mit Senioren“ heißt es. Anderthalb Jahre hat Akkela Dienstbier dafür bei Christina Völker in der Malgruppe hospitiert. Das Resultat soll keine Gebrauchsanleitung sein, sondern eine Art Rezeptbuch mit vielen verschiedenen Vorschlägen. Ergänzt um einen theoretischen Hintergrund, warum sich bestimmte Techniken in manchen Fällen besser eignen als andere.

„Fast alles ist möglich, aber nicht alles ist für jeden gleich gut“, lautet eine wesentliche Erkenntnis der Autorin. Sie möchte mit ihrem Buch Lust machen zum Ausprobieren. Leuten, die professionell mit Senioren arbeiten. Ob im begleitenden Dienst oder beim Seniorentreff.

Was der Umgang mit Farben und Papier oder Leinwand bei Demenzkranken bewirken kann, findet auch Heimleiter Jürgen Büsen immer wieder erstaunlich: „Für eine Frau, die sich sonst völlig zurückgezogen hatte, war diese Gruppe das absolute Highlight, durch das sie zu sich selbst gefunden hat und wieder aufgeblüht ist“, schildert er ein Beispiel.

Akkela Dienstbier fällt eine andere Frau ein, die immer fortwährend den Hof gemalt hatte, auf dem sie als Kind gelebt hatte. „Am Ende musste sie das Bild buchstäblich anbauen, weil es immer größer geworden ist. Diese Hartnäckigkeit, da Lösungen zu finden, fand ich sehr bewundernswert.“

„Die Biografie kommt da wieder hoch“, ergänzt Büsen. „Daher ist dieses Malen auch thearpeutische Arbeit. Das kann man auf den Bildern auch sehen.“

Wobei die Bilder selber eher nebensächlich sind, wie Christina Völker betont. „Es geht nicht um das fertige Bild, sondern um den Weg dahin.“ Die Demenzkranken träfen selbst Entscheidungen und gestalten selbst etwas. „Und das ist wieder gut für ihr Selbstwertgefühl.“

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