Besuch aus Nishni Nowgorod verlässt das Gymnasium Syke

Aufarbeitung der Geschichte – miteinander

Die Aussage ist eindeutig: „Aus Feinden werden Freunde“. Deutschland und Russland sind nicht unbedingt befreundet, bei den Schülern aus Syke und Nishni Nowgorod sieht das anders aus. - Foto: Voss

Syke - Von Dagmar Voss. Seit dem 4. April haben die neunten und zehnten Profilklassen des Gymnasiums Besuch aus Russland und arbeiten mit diesem am gemeinsamen Projekt „Aus Feinden werden Freunde“. „Wir können uns klarmachen, dass man mit Menschen aus anderen Nationen genauso gut Freundschaft schließen kann, wie aus denen unserer eigenen Nation“, lautete eine Schlussfolgerung einer Schülergruppe. „Wir sind froh, dass wir diese Erfahrung gemacht haben.“

Vier Gruppen aus den Klassen des Profils Europa hatten sich zusammengeschlossen, um in ihren Vorträgen den achten Klassen des Gymnasiums über ihre Erlebnisse zu berichten, die sie in den vergangenen neun Tagen gemacht hatten – mit den Gästen aus dem 400 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Nishni Nowgorod. Zum gemeinsamen Projekt zählten einige Besuche, die seinem Thema gerecht wurden, so eine Führung durch den Bunker Valentin in Bremen-Farge. „Das war gruselig, diese riesigen Hallen“, erinnert sich ein Schüler.

Der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und heute widmete sich ein Vortrag des Stadtarchivars Hennig Greve, der historische und aktuelle Bilder mitgebracht hatte – so zwei von Friedhöfen. Das eine zeigt ein Grabmal vom jüdischen Friedhof in Syke mit dem Titel „Sieben unbekannte russische Kriegsgefangene“. Das andere Grabplatten vom Friedhof Barrien für Kinder von Zwangsarbeitern.

Für ihre Aufarbeitung der Geschichte hatten die 23 Schüler beider Nationen ein riesiges Poster gemalt, das dann auf der grauen Seite „Aus Feinden werden Freunde“ mit Fotos – auch mit denen des Besuchs im Bunker – versehen wurde. Auf der anderen, regenbogen-bunten Seite fanden Bilder von Ausflügen wie in den Heidepark Soltau ihren Platz.

Schlussfolgerung einiger Schüler: „Wir sollten miteinander über die Fehler reden und das, was passiert ist, nicht vergessen, damit wir aus unseren Fehlern lernen. Wenn jemand etwas Schlechtes über das andere Land sagt, sollten wir ihn daran erinnern, dass das lange her ist und die Menschen sich verändert haben, damit das Verhältnis aller Menschen besser wird.“

Schon im September 2015 waren die Schüler in der weit entfernten russischen Metropole Nishni Nowgorod zu Gast gewesen.

Gönna Obsen, ehemalige Lehrerin am Gymnasium Syke, ist immer noch aktiv, wenn es um die Freundschaft zwischen dem Syker Gymnasium und der Schule in Nishni Nowgorod geht. Bestens unterstützt fühlt sie sich und ihre Kollegin Svetlana Engisch sowie die russischen Kolleginnen Ludmilla Perewensetsewa und ljuba Krislamowa vom Deutsch-Russischen Jugendaustausch aus Hamburg. „Es wird allerdings zusehends schwieriger, Visa zu bekommen – unter anderem müssen alle Reisenden ihre gesamten Fingerabdrücke persönlich abliefern.“

Heute treten die russischen Besucher ihre Heimreise an.

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