Auch Dauerregen hält 15 Hartgesottene nicht von der traditionellen Boßeltour durch den Ort ab

Ristedter Multitasking: Regenschirm links, Boßelkugel rechts

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„Erlebnis Ristedt“-Vorsitzende Christine Reinecke gab bei der traditionsreichen Boßeltour durch den Ort die Richtung vor.

Ristedt - Viel hätte nicht gefehlt, und die traditionelle Ristedter Boßeltour wäre in diesem Jahr erstmals nach über 20 Jahren ausgefallen. Dass es nicht so weit kam, lag an den 15 Teilnehmern, die sich trotz des Regens zu diesem „Friesischen Kampfsport“ eingefunden hatten.

Ausrichter war der Verein Erlebnis Ristedt, der dieses Boßeln als Erbe des bis Anfang der 90er-Jahre auf dem Hohen Berg stationierten 5. Flarak-Geschwaders der Bundeswehr angetreten hat. Die Soldaten hatten seinerzeit die Ristedter zu den ersten Boßeltouren eingeladen. Nach deren Abzug übernahm der Verein Erlebnis Ristedt diese Veranstaltung und lud dazu alle Ristedter Bürger ein. Mehr als 30 Teilnehmer wurden manchmal gezählt, die nach der Rückkehr vom Boßeln im Gasthaus Zum Grunewald zum gemeinsamen Kohlessen einkehrten.

Ortsbürgermeister Claus Bruhm und Erlebnis-Ristedt-Vorsitzende Christine Reinecke waren daher ein wenig enttäuscht, dass sich in diesem Jahr nur 15 Personen an dieser Mischung aus Breitensport und Kohltour beteiligten und sogar noch erwogen, die „Tour durchs Moor“ gar nicht erst anzutreten. „Daraus wird nichts“, verkündeten Christine Reinecke und Renate Brüning, die nicht nur die Boßelkugeln, sondern auch Marschverpflegung für den langen Weg mitgebracht hatten.

Nachdem sich drei Mannschaften gebildet hatten, wurden die „Kloots“, die griffigen Kunststoff-Kugeln, ausgegeben. Nachdem die Verpflegung in dem kleinen Anhänger verstaut war, ging es zum Start zur Einmündung des Heiddamms in die Leester Straße. Die Regeln waren allen bekannt, die Technik des „Klootschießens“ ebenfalls.

Das Boßeln erfolgte in festgelegter Reihenfolge. Der erste Werfer legte vor, und an dem Punkt, an dem die Kugel am Straßenrand liegen blieb, setzte der nächste im Team zum Werfen an, wobei die Technik dem Kegeln glich. Sieger war die Mannschaft, die für den Weg durch das Ristedter Moor die wenigsten Würfe benötigt hatte.

Da jedes Team aus fünf Mitgliedern bestand und die Kugeln meistens auch gut rollten, hielt man sich beim Gehen warm, und zwischen den Würfen blieb immer genügend Zeit für einen Klönschnack. Genau dafür veranstaltet der Verein dieses Boßeln, das viele Anlässe bietet, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Abgekühlt, aber nicht durchgefroren trafen die Teilnehmer rechtzeitig zur Mittagszeit wieder im Gasthaus Zum Grunewald ein, wo bereits Grünkohl und Pinkel auf den Tischen dampften.

bt

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