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Landkreis Diepholz investiert acht Millionen Euro in Wartung von Atemschutzgeräten

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Von: Anke Seidel

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Leben retten können die Atemschutzgeräteträger, wenn es brennt. Hier üben sie ihren Einsatz, um im Erstfall schnell und effizient helfen zu können.
Leben retten können die Atemschutzgeräteträger, wenn es brennt. Hier üben sie ihren Einsatz, um im Erstfall schnell und effizient helfen zu können. © Sigi Schritt

Der Landkreis will bis zu acht Millionen Euro in eine spürbare Verbesserung der Wartung von Atemschutzgeräten investieren.

Landkreis  Diepholz – Manchmal ist es nur der qualmende, brandgefährliche Topf auf dem Herd – manchmal aber auch die Suche nach Menschen in einem brennenden, völlig verqualmten Haus: Die Atemschutzgeräteträger in den Feuerwehren des Landkreises Diepholz leisten lebensrettende Arbeit. Weil nun neue gesetzliche Anforderungen erfüllt werden müssen, will der Landkreis bis zu acht Millionen Euro in eine spürbare Verbesserung der Wartung von Atemschutzgeräten investieren. Das war auf Nachfrage vom Ersten Kreisrat Jens-Hermann Kleine zu erfahren.

Rund 1 000 Atemschutzgeräteträger insgesamt sind demnach in den Feuerwehren des Landkreises einsatzbereit. „Ihre Geräte müssen gewartet und nach dem Einsatz gereinigt und desinfiziert werden“, beschreibt der Erste Kreisrat eine elementare Aufgabe. Genau die übernähmen zurzeit im Wesentlichen die Städte, Gemeinden und Samtgemeinden. „Aber die Anforderungen haben sich erhöht“, erläutert der Erste Kreisrat den aktuellen Handlungsbedarf.

Gutachten in Auftrag gegeben

Um die bestmögliche Lösung zu erreichen, hatte die Kreisverwaltung zunächst ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der weitere Prozess sei von der Kreisfeuerwehr begleitet und inhaltlich mit ausgestaltet worden. Das Ergebnis: „Die Aufgabe der Reinigung und Pflege der Atemschutzgeräte soll von den Gemeinden grundsätzlich an den Landkreis übertragen und wesentlich umfassender als bislang in den beiden Feuerwehrtechnischen Zentralen Barrien und Wehrbleck wahrgenommen werden“, heißt es in einem Arbeitspapier zur Sitzung.

„Darüber hinaus ist geplant, einen gemeinsamen Pool mit Atemschutzgeräten für alle Feuerwehren zu installieren.“ Will heißen: Anders als bei der bisherigen kommunalen Lösung sollen sie ihr Equipment also bündeln und wechselseitig nutzen.

„Die Zentralisierung hat Vorteile!“

Projektierungsbeschlüsse für bauliche Maßnahmen müssten noch gefasst werden, erklärt der Erste Kreisrat zum aktuellen Stand. Fest steht aber schon jetzt, dass diese Maßnahmen nicht parallel an den Feuerwehrtechnischen Zentralen umgesetzt werden sollen – sondern dass in einer Bauphase die eine FTZ Aufgaben der anderen mit übernimmt, sie sich also gegenseitig unterstützen. „Die Zentralisierung hat Vorteile!“, blickt Jens-Hermann Kleine auf die geplante Neustrukturierung. Aber bestimmte Fragen müssten in der Kreisfeuerwehr noch geklärt werden.

Um schnell handlungsfähig zu sein, sollen die finanziellen Mittel für das neue Konzept in den Etat 2023 eingestellt werden.

Mehr als 20 Millionen Euro für den Bevölkerungsschutz

20,65 Millionen Euro Ausgaben sind im Fachdienst Bevölkerungsschutz für 2023 geplant, während es im Fachdienst Bürgerservice und Verkehr 4,8 Millionen Euro und im Fachdienst Sicherheit und Ordnung 2,6 Millionen Euro sind. Für den Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz sind Aufwendungen von 4,19 Millionen Euro vorgesehen.

Das Budget für den Bevölkerungsschutz ist laut Kreisrat Jens-Hermann Kleine auch deshalb so hoch, weil der Landkreis nun das Abrechnungsverfahren für den Rettungsdienst vollständig übernimmt. Bisher war ein großer Teil beim DRK angesiedelt. Es geht um rund zwölf Millionen Euro, bei denen die Ausgaben durch Einnahmen gedeckt sind. Außerdem muss der Landkreis noch Landesvorschriften für die Kreisfeuerwehr erfüllen. „Unsere drei Kreisfeuerwehrbereitschaften müssen sich bei einem Einsatz 48 Stunden autark versorgen können“, so der Erste Kreisrat. Deshalb müssen unter anderem Sanitär- und Verpflegungsanhänger angeschafft werden. Kostenaufwand insgesamt: 265 000 Euro.

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