„Traum erfüllt“

Maike Harich veranstaltet Workshops auf dem Biolandhof Voigt

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Maike Harich hilft bei Workshops in ihrem Atelier auf dem Biolandhof Voigt in Gessel dabei, den eigenen Traumstempel zu kreieren.

Gessel - Von Marc Lentvogt. „2007 habe ich meine PR-Agentur verkauft, weil ich machen wollte, was ich jetzt mache.“ Die Zufriedenheit steht Maike Harich ins Gesicht geschrieben. Die Entscheidung, die sie vor elf Jahren getroffen hat, bereut sie nicht.

Seit Anfang Dezember hat sich auf dem Biolandhof Voigt in Gessel für sie ein lang gehegter Traum erfüllt. Jahrelang wünschte Harich sich Räume, in denen sie ihre Arbeiten zeigen kann. „Auf einem alten Bauernhof mit verglaster Front“, sagt sie lächelnd und schaut nach draußen – durch die verglaste Front direkt auf das gegenüberliegende Hofrestaurant.

Stempel, Postkarten und Moodboards stehen jetzt in den neurenovierten Räumen, die einst den Hofladen des Biolandhofes Voigt beherbergten. Ihre erste Papier- und Kartenkollektion war unmittelbar nach Verkauf der PR-Firma entstanden. Als Unternehmensberaterin ist sie aber weiterhin tätig.

Ihre Zeit teilt Harich auf zwei Bereiche auf: Unternehmen hilft sie dabei, Kundenzufriedenheit herzustellen, die Atelierarbeit mit Erstellung eigener Werke oder einem Workshopangebot bildet das zweite Standbein. In beiden Bereichen ist sie froh, nun in Gessel einen Raum für Treffen anbieten zu können. „Ich mag keine ersten Treffen in kalten Konferenzräumen“, gesteht sie.

Freie Hand bei der Gestaltung

Die Besitzer hätten ihr freie Hand bei der Gestaltung gelassen, seien total begeistert gewesen, als anstelle von Regalreihen ein modernes Büro dazu einlud, sich umzuschauen. „Ich wollte eine gewisse Gemütlichkeit, aber das Rustikale des markanten Steinbodens aufnehmen“, erklärt sie die Entscheidung für Weiß- und Grautöne sowie Holzregale. 

„Wichtig ist nicht, was Trend ist, sondern was zum Raum passt“, sagt Harich. Dazu gehöre auch, dass sie am liebsten mit Räumen arbeite, die ihrem Alltag – beispielsweise durch übertriebenes Aufräumen – nicht entrückt sind. „Die Menschen sollen sich wohlfühlen und keinen Schöner-Wohnen-Ausstellungsraum bekommen.“ Die Gefahr bestehe allerdings, wenn man bei der Bitte um Hilfe nicht ehrlich sei.

Ob es um das Kreieren eines Stempels oder eine Umgestaltung des Wohnzimmers geht, Harich möchte „Fähigkeiten aus den Menschen rausholen“, von denen sie teilweise nicht wissen, dass sie sie haben. Zwar bietet sie auch an, sich nach den Vorgaben der Kunden um alle Produkte zu kümmern, doch noch lieber ist es ihr, den Mut zu fördern, „sich einfach mal etwas zu trauen“. 

Natürlich gebe es aber die Möglichkeit, mit Vorlagen zu arbeiten, wenn jemand sich das Freihandzeichnen nicht zutraue. Auch sie selbst habe ihre Schwächen: „Wenn jemand sagt, es soll so richtig knallen – das kann ich nicht. Ist nicht mein Stil.“

Kreative Ideen für Bestehendes

Dass Maike Harich eine kreative Idee, die das Bestehende bereichert, mehr schätzt als makellose, neue Produkte, sieht man in ihrem Atelier. Eine Kinderbackrolle ist umfunktioniert worden. Mit ihr lässt sich nun großflächig Geschenkpapier gestalten. Von einem Bremer Drechsler hat sie aus gefällten Bäumen Stempelgriffe fertigen lassen, an anderer Stelle nutzt sie durchgesägte Regalhölzer als Griff.

Mut zeigen und ausprobieren sind ihre Maxime. „Wenn ich eine Wand streiche, und es sieht nicht aus, streich ich sie wieder über.“ Und das Atelier mit Nischenprodukten setzt sie nicht in eine hippe Innenstadt, sondern auf das entschleunigte Land.

Gäste sind immer willkommen, erklärt Harich, aber sie schaffe es nicht jeden Freitag nach Gessel. „Wenn das Licht an ist, kann man einfach reinschauen, wir freuen uns immer, ansonsten einfach anrufen.“ Wir, damit bezieht Harich ihre Kollegin Jo Wahlers ein. Gemeinsam laden die beiden seit Anfang des Jahres monatlich zu Workshops ein. Beim nächsten Mal heißt es „Stempel herstellen“, am Mittwoch, 21. Februar.

www.maike-harich.de

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