Astronomietreffen auf dem Hohen Berg ist trotz Wolken am Himmel gut besucht

Mit Blick auf den Mond Appetit auf mehr geholt

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„Ich hab ihn“: Julia Telis hat mit ihrem neuen Teleskop den Mond anvisiert.

Gessel - Von Heiner Büntemeyer. „Wart mal ab, wenn du den Andromedanebel und den ersten Sternhaufen siehst“, macht Helmut Preckel bei der Astro-Nacht auf dem Hohen Berg der 24-jährigen Julia Telis aus Bramstedt „Appetit auf mehr“. Sie war, wie etwa zehn weitere Astronomen und etwa 50 Besucher, am Sonnabend mit ihrem neuen Teleskop zu dem Treffen der Astrogruppe Hoher Berg gekommen.

Die Familie hatte es ihr zum Geburtstag geschenkt, weil Julia sich sehr für Astronomie interessiert. Aber ihre ersten Versuche, durch das Okular etwas Konkretes am Abendhimmel zu erkennen, blieben erfolglos. Fünf Stunden habe sie an ihrem Teleskop hin und her justiert. „Das war schon sehr frustrierend“, berichtet sie. Umso größer ist ihre Freude am Sonnabend gegen

20 Uhr: „Ich hab ihn! Ich sehr ihn!“, jubelt Julia und meint den Mond, dessen Umrisse gezackt und scharf auf ihrem Okular erkennbar werden. Die Wolken haben für einen kurzen Moment den Blick auf den Erdtrabanten freigegeben.

„Ich danke euch, ihr wart so hilfsbereit“, ruft sie den Astronomen zu, die ihr routiniert das Teleskop justiert hatten.

Das Bild von der Mondoberfläche ist atemberaubend. Astronom Holger Pillarz weist auf den „Goldenen Henkel“ hin, der am Rande der großen Ebene des „Mare Imbrium“ deutlich erkennbar ist.

Zu sehen sind auch die großen Krater, die sich besonders an den Bereichen des Mondes zeigen, wo das Sonnenlicht schräg auf seine Oberfläche fällt und lange Schatten wirft. Am „Terminator“, der Tag-Nacht-Linie auf dem Mond, zeigt sich die Oberfläche durch die Schatten hoher Berge unruhig und faltenreich.

Aber dieser Blick ist den Astronomen und Besuchern nur für kurze Augenblicke vergönnt, dann schieben sich wieder dicke Wolken dazwischen. Doch wer den Mond einmal durch ein Teleskop gesehen hat, ist

begeistert.

Was fasziniert einen Astronomen auch nach fünf oder mehr Jahren noch an der Mondoberfläche? „Es sind die ständig wechselnden Bilder, es sind die Oberflächenformen mit den weiten Meeren und den runden Kratern, von denen teilweise Strahlen in die Umgebung ausgehen“, erklärt Holger Pillarz. Es gibt sogar einen „Moonhopper“, einen Reiseführer für astronomische Spaziergänge über den Mond.

Gerne hätten die Gastgeber den Besuchern an diesem Abend noch viele andere Himmelsobjekte gezeigt. Lediglich der Jupiter ist zwischendurch als heller Stern zu sehen. Geben die Wolken den Blick auf ihn frei, richten sich sofort einige Teleskope darauf. Auch der Orion-Nebel zeigt sich im Südosten, doch dieser schwache Lichtpunkt ist noch schwieriger anzusteuern, so dass es sich für die kurze Zeit der Sichtbarkeit nicht lohnt.

Aber Holger Pillarz bleibt ganz gelassen: „Unser Motto ist heute der Mond, und den haben wir ja alle

gesehen“.

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