Archäologe holt Bronzezeit ins Kreismuseum: „Spectaculum“ am 13. und 14. Juni

Geschichte wird lebendig

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Schmuck und Mode aus der Bronzezeit bekommen Besucher des Kreismuseums am zweiten Juni-Wochenende zu sehen – und noch einiges darüber hinaus.

Syke - Von Frank Jaursch. „Syke hat eine große Chance, zur Bronzezeit-Hauptstadt Norddeutschlands zu werden.“ Klaus Haller muss es wissen: Der 32-Jährige ist Archäologe – und damit ein Experte, wenn es um vergangene Epochen geht. Nicht zuletzt den Goldhort von Gessel nimmt Haller jetzt zum Anlass, um für Syke ein besonderes Ereignis auf die Beine zu stellen: Für den 13. und 14. Juni lädt er zu einem „Spectaculum der Bronzezeit“ ins Kreismuseum ein.

Der Osnabrücker Archäologe verspricht den Besuchern einen besonderen Zugang zu dieser Epoche. Unter dem Motto „Living History“ soll die Zeit zum Leben erweckt werden. Und zwar wissenschaftlich möglichst fundiert.

Um das in Syke zu gewährleisten, hat Haller „die besten Bronzezeit-Darsteller“ aus dem gesamten norddeutschen Raum gewinnen können, zudem erwartet er Gruppen aus Dänemark und den Niederlanden. Gemeinsam soll an den beiden „Spectaculum“-Tagen eine Welt entstehen, die sich eng an dem orientiert, was man über die Epoche zwischen 1800 und 600 vor unserer Zeitrechnung weiß.

Und das, betont Haller, ist gar nicht mal so wenig. „Wir wissen zum Beispiel recht gut Bescheid, wie die Leute in der Bronzezeit ausgesehen haben.“ Durch glückliche Umstände im Boden konservierte Kleidungsstücke geben Zeugnis über die Mode jener Zeit ab. Und auch über die Herstellung von Waffen und Werkzeugen haben die Experten ein umfangreiches Wissen.

Klaus Haller hat sich vorgenommen, dieses Wissen weiterzugeben. Nicht im Hörsaal, sondern indem er zum Mitmachen animiert. Denn „Living History“ sei gewiss nicht weniger spannend als die Marktmittelalter-Märkte, die mehr auf Ambiente und Wirkung zielen als auf die historisch korrekte Wiedergabe des Vergangenen.

Diesen Beweis will er auf dem Gelände des Kreismuseums antreten. Dafür hat er ein buntes Programm zum Mitmachen auf die Beine gestellt. Kinder können selbst kleine Schmuckstücke gießen – so wie es früher die Menschen machten, nur mit dem günstigeren (und leichter zu verarbeitenden) Zink statt mit Bronze. Ein Stand vermittelt den Reiz des bronzezeitlichen Bogenschießens oder des Speerwerfens. Ein Schaukampf spricht eher die männlichen Besucher an, die Modenschau vielleicht eher die weiblichen?!

Aus Aschaffenburg kommt mit Torsten Seifert jener Experte, der laut Haller „vor fünf Jahren den Bronzezeit-Stein ins Rollen gebracht hat“: Er sammelt Repliken von bronzezeitlichen Gegenständen und bringt es mittlerweile auf eine der größten privaten, mobilen Sammlungen überhaupt. Nach Syke bringt er sie mit.

Aus Schleswig-Holstein kommt Jörg Nadler. Der Historiker will das Fischen vergangener Jahrtausende anschaulich machen. Und die Musiker Sebastian Pachel und Marius Peters sorgen am Samstagabend für die richtige Untermalung des „Spectaculums“.

Stichwort „Spectaculum“: Mit diesem etwas abgegriffenen Titel der Veranstaltung, so räumt Haller im Gespräch mit der Kreiszeitung ein, ist er nicht ganz so glücklich. „Es ist ein Kompromiss“, sagt er, „aber bei allem anderen werden keine Kompromisse eingegangen.“ Vom Kreismuseum bekam der Archäologe grünes Licht für seine Pläne. Haller ist dankbar: „Uns wird hier eine große Chance gegeben.“ Drei Jahre lang hat der 32-Jährige an der Planung gearbeitet. „Das ist mein Baby.“

Das Spectaculum der Bronzezeit läuft am Sonnabend, 13. Juni, von 14 bis 21 Uhr und am Sonntag, 14. Juni, von 11 bis 17 Uhr.

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