Landkreis Diepholz

Arbeitsmarkt 2021: Mehr Beschäftigte, aber auch mehr Langzeitarbeitslose

Harald Glüsing, Jobcenter
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Harald Glüsing, Jobcenter

Die dunklen Schatten der Pandemie haben den Arbeitsmarkt 2021 geprägt, aber trotzdem leuchtete ein Sonnenstrahl: Im zweiten Corona-Jahr waren weniger Menschen ohne Beschäftigung als im ersten. Das beweist der Rückgang der Arbeitslosenquote von 4,6 auf 4,3 Prozent. Christoph Tietje, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden, formuliert das in seiner Jahresbilanz so: „Der Arbeitsmarkt ist auf Erholungskurs.“ Der bittere Wermutstropfen dabei: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist um 25,8 Prozent gestiegen.

Landkreis  Diepholz – Trotzdem kann Harald Glüsing, Geschäftsführer des Jobcenters, einen historischen Erfolg vermelden: Die Zahl der – auf Unterstützung angewiesenen – Bedarfsgemeinschaften ist im Landkreis Diepholz unter 5 000, auf 4 975, gesunken. Ein historischer Tiefstand, wie es ihn seit Gründung des Jobcenters nicht gegeben hat. „Diese Entwicklung ist umso erfreulicher, als sie unter den aktuellen Pandemiebedingungen erreicht werden konnte“, so Harald Glüsing.

Anzeigen auf Kurzarbeit im zweiten Pandemie-Jahr stark rückgängig

Zurück zur Agentur für Arbeit: 5 362 Arbeitslose hat sie 2021 im Landkreis Diepholz registriert – 245 Personen weniger als 2020, dem ersten Jahr der Pandemie. Christoph Tietje berichtet von 12 250 Zugängen, während es 2020 noch 13 715 gewesen waren – also 1 465 mehr.

Christoph Tietje, Agentur für Arbeit

„Davon haben sich 4 850 Bürgerinnen und Bürger aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet“, berichtet der Experte – 834 weniger als im ersten Jahr der Pandemie. Damals, von April bis Dezember 2020, waren 32 277 Beschäftigte in Kurzarbeit gewesen, dafür gab es 2 478 Anzeigen. Tietje: „Das Kurzarbeiter-Geld war ein stabilisierender Faktor.“. Auch 2021 sei es wichtig gewesen, „aber bei Weitem nicht so ausgeprägt.“ Von April bis Dezember habe es 202 Anzeigen für 2 688 Arbeitnehmer gegeben.

Außerdem haben 4 692 Menschen einen neuen Arbeitsplatz gefunden. 2020 waren es nur 4 519 gewesen, also 173 weniger. Was beweist: Die Einstellungsquote steigt. „Aber sie ist noch nicht wieder so wie vor Corona“, so Tietje. Außerdem waren 2 056 Bürger länger als ein Jahr arbeitslos – ein Plus von 422 oder 25,8 Prozent.

Jobcenter-Geschäftsführer: Der Weg zum Traumjob beginnt mit dem ersten Schritt

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist um 1,3 Prozent auf 73 169 gestiegen, aber andererseits waren 10 869 Menschen auf Unterstützung des Jobcenters angewiesen – darunter 647 Kinder unter drei Jahren. Trotzdem geht die Zahl dieser Hilfebedürftigen kontinuierlich zurück, wie Harald Glüsing als Geschäftsführer des Jobcenters erklärt: In zehn Jahren (2007 bis 2017) war die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 8,5 Prozent gesunken – und in den folgenden vier sogar um knapp 20 Prozent.

Den stärksten Rückgang, nämlich um 27 Prozent, gab es laut Glüsing bei den Alleinerziehenden. Vielen Menschen wieder eine selbstbestimmte Perspektive gegeben zu haben, sieht Glüsing auch als Verdienst der engagierten Mitarbeiter im Jobcenter. Der Geschäftsführer ist fest davon überzeugt, dass Langzeitarbeitslose ganz persönliche Stärken einbringen und den Arbeitsmarkt bereichern können, wenn sie gefördert werden: „Nicht Hindernisse, sondern Möglichkeiten müssen jetzt in den Blick genommen werden. Auch wenn der Traumjob vielleicht nicht im ersten Schritt erreicht werden kann, der Weg dorthin beginnt mit einem ersten Schritt.“

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