Apfel- und Handwerkersonntag beim Kreismuseum / Obst-Experten haben viel zu tun / Großer Besucherkreis bei Müllermeister aus Syke

Wenn die Diele voller Äpfel ist und alte Maschinen rattern

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Dr. Dankwart Seipp und Ariane Müller bestimmten jede Menge Äpfel.

Syke - Von Dieter Niederheide. „Die beiden müssen doch am Abend keine Äpfel mehr sehen und schmecken können“, lautete die Anmerkung eines Museumsbesuchers, der aus Verden mit einem Beutel voller Äpfel nach Syke kam. Er war einer von vielen, die von den Pomologen (Experten für Obstbaukunde) Ariane Müller aus Bassum und Dr. Dankwart Seipp aus Goldenstedt im Kreismuseum Apfelsorten aus dem eigenen Garten untersuchen und zuordnen ließen.

Da kam eine Gartenbesitzerin aus der Nähe von Nienburg mit drei Plastiktüten, jede fast halb voll mit verschiedenen Apfelsorten, Sie gestand: „Ich esse die gerne, aber was für Sorten das sind, weiß ich nicht, das möchte ich jetzt aber endlich erfahren.“

Fast waren die Apfeluntersuchung und Sortenbestimmung ein Ritual: Die Frucht als Ganzes betrachten, aufschneiden, das Kerngehäuse anschauen, ein kleiner Biss in das Fruchtfleisch und vorsichtig schmecken. In bis zu 80 Prozent der Fälle ist danach klar, ob der Besitzer den Prinz von Holland oder den Prinz Albrecht von Preußen im Garten hat. Vielleicht ja aber auch einen einen Syker Dauerapfel, eine lange Zeit für ausgestorben gehaltene alte Sorte.

Neben den Äpfeln stand im Museum das Handwerk im Vordergrund. Es war ein Hufschmied da, der an den Hufen eines Pferdes seine alte Handwerkskunst zeigte. Neben einem Polsterer und Sattler, einem Schuster, einem Uhrmachermeister, einem Fachmann an der Druckerpresse und einem Schmied war auch ein Besenbinder vor Ort.

Als Rechenmacher war Johann Viebrock (64), hauptberuflich Maschinenführer, aus Ohren bei Rotenburg gekommen. Er fertigte geschickt die Zinken für die Rechen. Gefragt nach dem Namen des Geräts musste er passen. Aus Birke und Esche machte ein Schnitzer ungerade, aber stabile Wanderstöcke, die es ab 25 Euro zu kaufen gab. Hans-Hermann Bohlmann, Müllermeister aus Syke, führte verschiedene Mahlgänge an alten Maschinen vor. Oft hatte er einen Kreis interessierter Beobachter neben sich stehen. Dazu waren hochwertige Bilder von Mühlen aus der Region und darüber hinaus ausgestellt.

Außerdem gab es Museumsbrote frisch aus dem alten Steinbackofen. Mit den Kindern stellten die Museumspädagoginnen zum Beispiel Vogelfutter her und bauten kleine Vogelsilos. Unüberhor ratterte etwas versteckt das Horizontalgatter und sägte an einem dicken Bohlenbrett. Gut gerüstet waren die Museumsmitarbeiterinnen auf der Diele: Bei ihren gab es Apfelkuchen, während es im Sommergarten mehr nach Waffeln duftete. Über allem aber lachte die Sonne.

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