„Anregende“ Ausstellung, die die reale Welt zeigen soll

Christiane Palm-Hoffmeister eröffnet Schau zum Thema Flucht und Vertreibung

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Christiane Palm-Hoffmeister hat 31 Objekte zu den 31 Artikeln der UN-Menschenrechtsdeklaration gestaltet.

Syke - Von Horst Meyer. „Wer sich mit dem Thema Menschenrechte anlegt, kommt so schnell nicht wieder los davon“, sagt Christiane Palm-Hoffmeister. Dieses Gefühl möchte die Barrierin an die Besucher ihrer neuen Ausstellung weitergeben.

31 Artikel umfasst die Deklaration der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Und 31 Objekte hat Palm-Hoffmeister für ihre Ausstellung zusammengestellt. Die Schau wird am Samstag um 17.30 Uhr im Café „Alte Posthalterei“ eröffnet und ist dort bis zum 3. Februar während der regulären Öffnungszeiten zu sehen.

„Beim Besuch des Dokumentationszentrums Gnadenkirche Tidofeld in Norden entstand die Idee, mich selbst einmal künstlerisch mit dem Thema Flucht und Vertreibung zu beschäftigen“, beschreibt Christiane Palm-Hoffmeister ihre Motivation.

Das Dokumentationszentrum beschäftigt sich mit der Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten in den Jahren 1945/46. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung der Integration der Heimatvertriebenen in die westdeutsche Gesellschaft. Parallelen zur aktuellen Situation von Flüchtlingen drängen sich da förmlich auf.

Christiane Palm-Hoffmeister machte sich an die Arbeit und stellte mit eigenen Werken Exponate zusammen, die die Brücke zu heutigen Fluchtsituationen schlagen. Im Oktober 2017 wurde eine Ausstellung mit den so entstandenen Werken in Norden eröffnet.

Aufruf zur Ausstellung durch Gerd Thiel

Gerd Thiel vom Trägerverein des Cafés erfuhr davon und lud Palm-Hoffmeister ein, diese Exponate auch in der Hachestadt auszustellen. „Wir möchten die kulturelle Vielfalt in Syke mit wechselnden und anregenden Ausstellungen deutlich machen. Dabei möchten wir gerade in der Weihnachtszeit nicht nur die heile, sondern eher eine reale Welt abbilden. Die Ausstellung soll zum Nachdenken anregen“, erklärt er.

Am 10. Dezember 1948 – also vor 70 Jahren – verabschiedete die UN-Generalversammlung die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“. Sie wurden in der Folge von 178 Staaten unterzeichnet, aber noch lange nicht überall umgesetzt.

Christiane Palm-Hoffmeister beschäftigt sich in ihren Werken insbesondere mit den elementaren Menschenrechten – zur Existenzsicherung, zur Gleichbehandlung und zu Privatsphäre und Familie. Mit künstlerischen Mitteln nähert sie sich diesen Themen und bedient sich dabei unterschiedlicher Techniken. In erster Linie entstehen dabei Collagen aus Fotos, Zeitungsausschnitten, Werbeprospekten und auch Karikaturen. Teilweise mit überraschenden Elementen wie zum Beispiel einem echten Schlüssel an einem Band. Dieser Schlüssel findet sich auf einem Bild neben schönen und zerstörten Häusern und soll verdeutlichen, was nach Vertreibung und Flucht bleibt. Ein Schlüssel zu einem Zuhause, das nicht mehr vorhanden ist.

Polyptychon der Menschenrechte

Zentrales Werk ist ein Polyptychon; ein aus mehr als drei Teilen bestehendes Werk mit Seitentafeln zum Ausklappen. In der Außenansicht finden sich textlich die 31 von der UN festgestellten elementaren Menschenrechte. Diese sind auf verschiedenen Papierschichten aufgetragen und anschließend mit flüssigem Wachs marmoriert. In der Innenansicht finden sich Bilder und Texte zu einzelnen der außen aufgeführten Themen.

Ein anderes Bild beschäftigt sich mit der zunehmenden Vermüllung unserer Welt. Verschiedener Müll ist hier in einer Plastikfolie eingeschmolzen. Darunter auch ein Briefumschlag mit der Adressierung „zurück an Verursacher“. Auch die aktuelle Briefmarke fehlt nicht.

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