Annika Köllner fasziniert mit Musik aus Film- und Videospiele-Klassikern

Von Gedudel keine Spur

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Annika Köllner spielte, Kristopher Will assistierte.

Syke - Von Maik Hanke. Videospielemusik ist Gedudel? Orgel kann nur Trauerliturgie? Kirche ist immer bitterer Ernst? Alles Unsinn. Mit einem fantastischen Konzert der etwas anderen Art hat Kantorin Annika Köllner mit einer Reihe von Vorurteilen aufgeräumt. In 75 Minuten interpretierte sie am Samstagabend in der Christuskirche die Musik etlicher Film- und Videospiele-Klassiker.

Köllner präsentierte eine ausgewogene Mischung aus heiteren, opulenten und ruhigen Stücken. Im Filmbereich von Star Wars undJames Bond bis Der Herr der Ringe und Fluch der Karibik. Bei der Videospielemusik fokussierte sich Köllner auf Stücke von Koji Kondo, Schöpfer der Soundtracks von Super Mario und The Legend of Zelda.

Dass etwa die düstere, mächtige Musik aus Phantom der Oper gut zur Orgel passt, verwundert nicht. Aber Super Mario? Wer Zweifel hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Dabei zeigte die Kantorin nicht nur die Vielfältigkeit der Orgel – sondern auch die von früher Videospielemusik aus den 80ern und 90ern.

So sorgte das Stück „Dire, Dire Docks“ (Super Mario 64) für wohlige Gänsehaut, das „Castle“-Thema aus Super Mario World mit seinen tiefen Grundtönen, die wie für die Orgel gemacht schienen, für Schauerstimmung.

„Ich spiele die Musik privat sehr gerne, weil ich selber Videospiele spiele und meist die Soundtracks toll finde“, erklärte Köllner im Anschluss an das ungewöhnliche Kirchen-Konzert. „Mir macht das total Spaß, auch wenn es sehr schwer einzuüben ist.“ Gerade das vermeintlich so simple Hauptthema von Super Mario Bros. (1985), sei eines der am schwersten zu spielenden Stücke.

Mehr als 40 Besucher waren in die Christuskirche gekommen – fast doppelt so viele wie beim vergangenen Konzert der Orgelsommer-Reihe. Das Konzert zeigte, dass die Kirche bereit ist, ungewohnte Wege zu gehen, um auch jüngere Menschen zu erreichen.

„Kirche besteht halt nicht nur aus Gottesdiensten“, sagte Köllner. Und Besucher René Härtel freute sich: „Hier treffen Generationen aufeinander.“

Es waren allerdings nur wenige jüngere Zuhörer da, der überwiegende Teil des Publikums stammte aus einer Zeit, in der man noch nicht mit Spielekonsolen aufwuchs. Trotzdem kamen nicht nur die Gamer und Fans von Retro-Videospielen auf ihre Kosten. Selbst die, die keine Ahnung hatten, was eigentlich The Legend of Zelda ist, stauten: .

Das Fazit einer Seniorinnen-Gruppe: „Großartig“ – „Das kann man gut hören“ – „Man staunt, was alles auf einer Orgel möglich ist.“ Erwartungsgemäß erkannten die Älteren eher die Filmmusiken, für die Jüngeren war die Spielemusik der Höhepunkt.

Köllner würde gerne zukünftig mal ein Konzert ausschließlich mit Spielemusik gestalten. Das brauche aber ein spezielles Publikum. Beim Orgelsommer hätte das nicht das ganze Konzert tragen können, glaubt die Kantorin.

Das nächste Orgelsommer-Konzert ist am 15. August und trägt den Titel „Träumerei und Co.“. Köllner spielt bekannte Stücke, neu arrangiert für die Orgel.

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