Knapp 330 Kinder waren gestern beim Kindergartentag der Syker Ortsfeuerwehr

Ankucken und Ausprobieren

„Wasser marsch!“ – Knapp 300 Kinder hatten gestern bei der Syker Ortsfeuerwehr jede Menge Spaß. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Es sieht so einfach aus: Der eine pumpt, der andere hält den Schlauch, und so schießt man mit der Kübelspritze die Tennisbälle von den Baustellenhütchen. Aber der Teufel steckt im Detail: Immer wenn die Richtung stimmt, ist der Wasserstrahl zu kurz. „Hier fehlt ein bisschen Druck“, stellt die Erzieherin neben den beiden Knirpsen richtig fest. Also heißt es, kräftiger pumpen.

Knapp 330 Kinder erkundeten gestern die Syker Ortsfeuerwehr. Die hatte zum Kindergartentag eingeladen, und alle Kindergärten aus der Ortschaft Syke waren gekommen. „In dieser Größenordnung machen wir das zum ersten Mal“, erzählt der stellvertretende Ortsbrandmeister Matthias Horstmann, der das Programm federführend organisiert hat. Besuch von Kindergärten hätte die Feuerwehr zwar immer mal wieder gehabt. Dann aber meist nur von wenigen Gruppen. „Anfragen gibt es genug“, sagt Horstmann. „Aber wir können nicht für jede einzelne Gruppe Besichtigungen machen. Das schaffen wir nebenbei einfach nicht.“

Also lautete die Devise, Nägel mit Köpfen zu machen. Im Januar starteten die Vorbereitungen. Vor Ostern gingen die Einladungen an die Kindergärten raus. Und nach der Rückmeldung fing Horstmann an, die einzelnen Stationen aufzubauen.

Ein Zelt mit Disco-Nebel führte den Kindern zum Beispiel buchstäblich vor Augen, wie schwer es ist, in einem verqualmten Raum die Orientierung zu behalten und wieder heraus zu finden. Und ein paar Schritte neben der Station mit den kleinen Kübelspritzen konnten sie ausprobieren, wie sich das Löschen bei einem „richtigen“ Feuerwehrschlauch anfühlt. Natürlich nur mit Hilfestellung. „Alleine könnten die Kinder den gar nicht halten.“

Insgesamt zehn Stationen gab es zu erkunden, bunt gemischt mal mehr zum Mitmachen und mal mehr zum Ankucken. 18 Feuerwehrleute waren damit bis zum Nachmittag beschäftigt. Plus Polizei, die einen Streifenwagen vorführte, plus DRK-Bereitschaft die mit einem Rettungswagen dabei war. „Bei Kindern in dem Alter ist ja grundsätzlich Begeisgterung vorhanden für alles, was mit Blaulicht und Tatütata zu tun hat“, sagt Matthias Horstmann.

Der Blick aufs Außengelände bestätigt seine Aussage: Am Streifenwagen erklärt ein Polizist gerade einer Gruppe, wie die Radarfalle – pardon: das Geschwindigkeitsmessgerät funktioniert. Nebenan am Rettungswagen testen die Kinder, wie stabil man auf der Tage liegt. Und beim Materialwagen der Feuerwehr übt die Wärmebildkamera eine spürbare Faszination auf die kleinen Besucher aus. „Willst du auch mal kucken?“, braucht der freundliche Feuerwehrmann da nicht zweimal zu fragen.

Ganz nebenbei lernten die Kinder noch ein paar Grundlagen, die im Zweifelsfall mal Leben retten könnten: Welche Nummer wähle ich, wenn es brennt? Und was sage ich dann am Telefon? Warum ist es gefährlich, Rauch einzuatmen? Was passiert dann?

Natürlich sei so ein Tag auch eine schöne Werbung in eigener Sache, sagt Matthias Horstmann. Darum gehe es aber höchstens in zweiter Linie. Pressesprecher Ihno Fißer ergänzt: „Es geht auch darum, Ängste abzubauen. Viele Kinder haben durchaus Angst, wenn da einer mit Atemschutzausrüstung auf sie zu kommt. Sie sollen ja aber wissen: Das sind die Guten, jetzt kommt Hilfe.“

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