Die Angst vor nassen Kellern

Baugebiet Nördlich am Goldberg macht Alt-Bewohnern Sorge

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Jürgen Thiermann zeigt’s: Genau hinter seinem Garten liegt der tiefste Punkt des geplanten Baugebiets Nördlich Am Goldberg. Dort soll der Boden um bis zu 1,60 Meter aufgeschüttet werden. Thiermann fragt sich: „Wo geht dann das Grundwasser hin?“ 

Barrien - Von Michael Walter. Idyllisch – dieses Wort geht einem ganz automatisch durch den Kopf, wenn man bei Jürgen Thiermann auf der Terrasse sitzt. Schon sein ganzes Leben lang genießt er diesen Anblick. Das Haus, in dem der 50-Jährige lebt, haben seine Eltern 1961 an der Straße Am Goldberg gebaut. Jetzt sieht er diese Idylle in Gefahr. Das hat etwas mit Wasser zu tun und mit einem Neubaugebiet.

Thiermanns Grundstück grenzt im rückwärtigen Teil direkt an das Wiesenstück, auf dem das Neubaugebiet Nördlich am Goldberg entstehen soll. Das Planverfahren läuft noch, ist aber schon weit fortgeschritten. Mitte Juni soll der Rat der Stadt Syke endgültig darüber beschließen. „Ich hab nichts gegen das Baugebiet“, betont Thiermann, obwohl er sich schöneres vorstellen kann, als von der Terrasse aus auf eine Neubausiedlung zu kucken. „Irgendwo müssen die Leute ja bauen.“ Thiermann hat nur die Sorge, dass er – und seine Nachbarn – in Zukunft nasse Keller kriegen.

Das Gelände, auf dem das Baugebiet entstehen soll, ist uneben. Der tiefste Teil grenzt direkt an die Häuserzeile, in der auch Thiermann wohnt. Diese Mulde muss aufgeschüttet werden. Von bis zu 1,60  Meter Höhe ist in den Planentwürfen die Rede (wir berichteten). „Das ist eine Menge Material, die da aufgefahren wird“, sagt Thiermann. „Und eine Menge Gewicht.“ Das Problem dabei ist das Grundwasser, das in diesem Bereich vergleichsweise dicht unter der Oberfläche steht.

Wie ein Stein auf einem Schwamm

„Schüttet man da jetzt noch Boden auf, wirkt das wie ein Ziegelstein, den man auf einen vollgesogenen Schwamm legt“, verdeutlicht Jürgen Thiermann. „Das Wasser im Boden wird dadurch weggedrückt. Aber wohin?“

Im günstigsten Fall hätten er und seine Nachbarn dann nur sumpfige Gemüsegärten, witzelt der Barrier. „Ich fürchte aber, dass das Wasser dann von außen gegen unsere Kellerwände drückt.“ Was doppelt ärgerlich wäre. Denn ein nasser Keller ist erstens sehr unschön und zweitens auf Dauer eine ernstzunehmende Gefahr für die Bausubstanz.

Seine Bedenken hat er bei der Stadtverwaltung im Rahmen der öffentlichen Auslegung der Planentwürfe eingereicht. Sie sind geprüft und bewertet worden.

Die Stadtverwaltung sagt, sie habe das Problem erkannt und für lösbar erachtet. Grundsätzlich habe der Investor dafür Sorge zu tragen, dass weder Regen- noch Grundwasser die benachbarten Grundstücke beeinträchtige. Am 7. Juni berät der Bauausschuss darüber.

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