Denis Fischer überzeugt bei eisigem Ostwind mit seinem Programm „Sommer in der Stadt“

Angenehm lässige Spielfreude

Denis Fischer (rechts) gab seinem Publikum ordentlich auf die Ohren. Zum Teil sogar mit dreistimmigem Background-Chor. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Detlef Voges. Denis Fischer sang schon Cohen und Juhnke – am Samstag sang er nur Fischer. Nein, nicht Helene, nur Denis himself. Das ist vielleicht eine der großen Stärken des 40-jährigen Sängers, Entertainers und Bühnenschauspielers aus Delmenhorst – seine Wandlungsfähigkeit.

Das beliebte Schubladendenken über Menschen in der Öffentlichkeit scheitert bei Denis Fischer ohnehin an dessen Hang, sich stets neu zu erfinden. Nach Cover-Times hat der Musiker erstmals alle Lieder selbst geschrieben und komponiert.

Es war deshalb auch für den witterungsbedingt stimmgeschwächten Gastgeber Rainer Köster vom Syker Musikverein JFK am Samstag im Saal der Kreissparkasse ein Vergnügen, diesen wieder einmal anderen Denis Fischer für ein Konzert in der Hachestadt anzusagen. Dabei hatte Fischer schon dreimal in Syke konzertiert, unter anderem mit Songs von – siehe oben – Leonard Cohen.

Der aktuelle Konzert-Titel passte zum unangepassten Denis Fischer: „Sommer in der Stadt“. Der 40-Jährige erscheint abgeklärter, aber immer noch auf der Suche zu sein.

Während draußen ein schneidiger Ostwind heulte und den Besuchern Grog-Gelüste suggerierte, wärmten drinnen Fischer und Band mit deutschem Rock und Pop die Gemüter. Geschichten über all das, was das Leben so ausmacht, erfreut und belastet.

Auch beim eigenen Deutsch-Rock-Pop war Denis Fischer typisch schillernd und charismatisch: Mal leise und poetisch bei den Balladen, fast nur dem Sprechgesang huldigend, dann poppig und rockig laut. Aber immer stimmungsvoll.

Es ist dieser musikalische Mix, der nie langweilig macht: Pop und Rock, garniert mit Folk, Country und Rockabilly.

Wer glaubt, er könne seinen poetischen Gedanken nachhängen, den holen Fischer und seine drei Bandmitglieder fetzig ins Leben zurück. Der passenden Begleitung ist es mit zu verdanken, dass die musikalischen Bilder greifen. Martin Kruzig am Schlagzeug, Peter Apel an der E-Gitarre und Marcello Albrecht am Bass begeistern den Zuhörer schnell für Fischers Musikwelt.

Nicht nur gelegentlich füllt sich die Bühne mit der Musik aus den 60ger und 70iger Jahren, als die Gitarristen mit harten Riffs den Saal rockten. Im starken Peter Apel hat Denis Fischer sich einen intensiven Partner ins Boot geholt. Ein bisschen vibrierende Nostalgie, der die etwa 100 Zuhörer gern folgten.

Denis Fischer, dieses entertainende musikalische Chamäleon, gefiel mit seiner Band und den eigenen Kompositionen. Das Quartett versprühte auf eine angenehm lässige Art Spielfreude. Eben wie Sommer in der Stadt.

Den Applaus zollte ihm ein Publikum, das sich für JFK offenkundig je nach Angebot auch neu findet. So war Vorstandsmitglied Rainer Köster geradezu bemüht, darauf hinzuweisen, dass JFK nichts mit John F. Kennedy zu tun habe, sondern sich von Jazz, Folk und Klassik herleite.

Zum guten Ton gehört längst auch der Hinweis auf künftige Konzerte. Etwa den Auftritt von Dominique Horwitz und sein Programm „Me and the Devil“ am 24. April. Köster tat es gern.

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