Die bessere Welt fängt im Kleinen an

Angehende Erzieherinnen betreuen Flüchtlings-AG an den BBS

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Die Flüchtlings-AG mit ihren Betreuerinnen.

Syke - Von Michael Walter. „Gemeinsam erstellt für eine bessere Welt“ – der Name klingt im ersten Moment vielleicht ein bisschen zu vollmundig für eine Bastel-AG. Aber Jennifer Schatt und ihre vier Mitstreiterinnen sind sich einig: Die Welt verbessern fängt im Kleinen an. Und insofern passt es dann doch wieder.

Jennifer Schatt, Shirin Müller, Celine Gierth, Jana Brackmann und Carolin Kalusky sind angehende Erzieherinnen im letzten Jahr ihrer Ausbildung an den Berufsbildenden Schulen in Syke. Gemeinsam betreuen sie eine Gruppe von derzeit 17 jugendlichen Flüchtlingen aus verschiedenen Nationen. Seit August trifft sich diese AG einmal die Woche, um gemeinsam Dinge zu basteln, die sie Anfang Dezember auf den Weihnachtlichen Kulturtagen verkaufen will. Der Erlös wird gespendet.

Für die fünf jungen Frauen fließt diese AG als Projekt in ihr Abschlusszeugnis ein, für die Gruppe ist sie Teil der Sprachförderung. Wobei das Jennifer Schatt nicht weit genug geht.

„Die Jugendlichen sollen selbstständiges Arbeiten lernen, soziale Fähigkeiten erwerben und als Gruppe zusammenwachsen“, erklärt sie. Und ganz nebenbei sollen sie auch noch ihre Sprachkenntnisse vertiefen. Etwa, indem sie lernen, kleine Verkaufsgespräche zu führen. Für alle eine Herausforderung, wenn auch eine unterschiedlich große. „Die meisten können sich schon ganz gut verständlich machen“, sagt Schatt. Für ein Zeitungsinterview reicht es allerdings noch nicht.

Fast alle aus Krisen- oder Kriegsgebieten

Einige der Jugendlichen sind ohne Familie nach Deutschland gekommen. Fast alle kommen aus Krisen- oder Kriegsgebieten wie Afghanistan, Irak oder Syrien, aber auch aus schwarzafrikanischen Staaten. Überwiegend Jungs. „Und alle mussten sich von jetzt auf gleich zusammenraufen und anpassen“, sagt Schatt. „Wir waren für sie an der Schule die erste Anlaufstelle.“

Unterschwellig geht es bei dieser AG aber auch noch um etwas ganz anderes: „Zum Beispiel um Toleranz“, sagt Shirin Müller. Oder sich von Frauen etwas sagen zu lassen. „Zumal wir ja teilweise kaum älter sind als sie.“ Die Flüchtlinge sind zwischen 15 und 18 Jahre alt, ihre Betreuerinnen zwischen 19 und 24. „Da gab es anfangs schon Phasen, in denen einige ausgestestet haben, wie weit sie gehen und die Spielregeln ausreizen können“, erzählt Müller.

Das Aufräumen nach dem Basteln sei zum Beispiel so ein Thema gewesen, von dem einige gemeint hätten, sowas sei doch Frauensache. Ist es nicht. Das haben die jungen Frauen sehr schnell sehr deutlich gemacht.

„Nicht zuletzt geht es aber auch um Spaß“, hakt Jennifer Schatt ein. „Viele aus der Gruppe sind künstlerisch total begabt und bringen tolle eigene Ideen ein.“

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