Von Amsel bis Zilpzalp: Nabu-Gruppe zählt Brutreviere von 22 Vogelarten im Bereich des Hohen Bergs

Erfreuliche Bilanz der Vogelbeobachter

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Auch der Zaunkönig ist nach den Erkenntnissen der vergangenen Monate am Hohen Berg beheimatet.

Von Heiner Büntemeyer. SYKEDer Hohe Berg hat sich nicht nur für Ausflügler und Spaziergänger zu einem lohnenswerten Ziel entwickelt. Auch die Vogelwelt hat dieses ehemalige Militärgelände, auf dem inzwischen eine Streuobstwiese, ein Teich, Blühflächen und Hecken entstanden sind, als Lebensraum entdeckt.

Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) Syke wollten jetzt genauer wissen, welche Vogelarten dort leben oder den Hohen Berg im Frühjahr und im Herbst bei ihrem Vogelzug als Rastplatz nutzen.

Die Teilnehmer hatten an drei Abendterminen und acht Treffen bei Sonnenaufgang Gelegenheit, die dort anzutreffenden Vögel zu bestimmen, zu zählen und ihr Verhalten in verschiedenen Jahreszeiten zu beobachten. Sie hörten den Reviergesang der Vögel, erlebten Balzverhalten und Revierkämpfe und beobachteten Nistmaterial und Futter tragende Vögel.

Inzwischen hat die Projektleiterin Silke Kreusel eine erste und, wie sie hinzufügt, erfreuliche Bilanz gezogen. 22 Vogelarten haben auf dem Hohen Berg Brutreviere besetzt. Mindestens vier Arten – Blaumeise, Hausrotschwanz, Feldsperling und Bachstelze – haben auch erfolgreich gebrütet, denn von diesen Arten wurden Jungvögel beobachtet. Bei der Klappergrasmücke, dem Zaunkönig, der Elster und der Wiesenschafstelze gibt es eine Brutzeitfeststellung, weil sich singende Männchen in dem Revier befanden.

Die weiteren beobachteten Vogelarten mit der Anzahl der besetzten Brutreviere waren Rebhuhn (1), Fasan (1), Ringeltaube (1), Kohlmeise (1), Fitis (2), Zilpzalp (2), Gelbspötter (2), Feldlerche (3), Mönchsgrasmücke (2), Gartengrasmücke (1), Dorngrasmücke (2), Amsel (3), Rotkehlchen (1), Gartenrotschwanz (1), Heckenbraunelle (1), Buchfink (3), Bluthänfling (2) und Goldammer (3). Rebhuhn, Feldlerche und Gartenrotschwanz stehen als gefährdete Vogelarten auf der Roten Liste Niedersachsens, der Bluthänfling steht auf der Vorwarnliste.

Das Ergebnis bestätigt nach Aussage von Silke Kreusel, dass Naturschutzbemühungen wie das Aufhängen von Nistkästen für Feldsperling und Blaumeise sowie das Anpflanzen von Hecken und Blühflächen für Fitis, Gelbspötter, Grasmückenarten und Bluthänfling erfolgreich waren. Sollten Gebäude auf dem Areal abgerissen werden, dann müsste für Gebäudebrüter Ersatz geschaffen werden.

Beim letzten Beobachtungstermin herrschte wieder reges Vogelgezwitscher auf dem Hohen Berg, nachdem es in den Sommermonaten, auch bedingt durch die Mauser, stiller war. Zum „Vogel des Monats September“ wurde der Mäusebussard ernannt, der die Besucher unentwegt beobachtete und den Hohen Berg nach Beute absuchte.

Spannend wird es dort jetzt, weil der Vogelzug eingesetzt hat. Wacholderdrosseln, Rotdrosseln und Winter-Goldhähnchen, die ihre Brutreviere weiter im Norden haben, kommen jetzt zu uns und fressen die noch reichlich vorhandenen Beeren an den Büschen.

Der Höhepunkt des Vogelzuges wird erst im Oktober erwartet, wenn Wildgänse, Kraniche und Schwäne in keilförmiger Formation nach Süden ziehen.

Daher veranstaltet der Nabu am 31. Oktober und am 1. November auch „Zugvogeltage“. Am Sonnabend, 31. Oktober, können von 13 bis 16.30 Uhr auf dem Hohen Berg Zugvögel beobachtet werden, es gibt Bastelangebote und Informationen. Am Sonntag, 1. November, gestaltet Dr. Helmut Krukenberg in Wessels Hotel einen Vortrag mit dem Titel „Die Reise der Wildgänse“.

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