Bürgermeistersprechstunde: Syker nehmen Angebot von Politik und Verwaltung an

Ampel, Raser und Quadriga

Das Original des Brandenburger Tores in Berlin macht einen besseren Eindruck als das kleine Modell in Syke. Das Duplikat ist marode, besonders die Quadriga fällt bald zusammen. - Foto: vog

Syke - Von Detlef Voges. Es ist fast wie beim Arzt – anstellen und warten. Nur, dass nichts direkt weh tut und auch keine Pillen verschrieben werden. Dafür gibt es Antworten in der Art wie „Wir werden uns darum kümmern“ oder „Das ist Sache des Landkreises“.

Wir sind in der Bürgermeistersprechstunde im Rathaus. Einmal im Monat stellen sich Bürgermeisterin Suse Laue und die ehrenamtlichen Bürgermeister Karsten Bödeker und Edith Heckmann von 17 bis 18 Uhr der Kritik und den Ratschlägen von Bürgern. An diesem Mittwoch ist es relativ ruhig. Es sind Ferien. Die Bürgermeisterinnen sind unter sich, Laue und Heckmann führen die Gespräche.

Arne Bechlin (71) und Karl-Heinz Hellmann (65) sind gekommen, um einiges abzuladen. Hellmann ärgert sich über Raser in der Straße Suurend. Die kämen von der Hauptstraße über den Parkplatz von Rewe und würden dann durch das Suurend mit über 70 Sachen durchbrettern. Das hätten Anlieger bei Auto- und Motorradfahrern gleichermaßen festgestellt. Der Smiley, den die Stadt dort platziert hätte, der sei ja oft kaputt. Er sei als Sprecher der Anlieger hier, um zu hören, was die Stadt zu tun gedenke.

Laue verspricht Gespräche, und nach den Sommerferien soll der Smiley ausgewertet werden, „damit wir definitiv wissen, wie schnell da gefahren wird“. Man merkt Hellman an, dass er sich mehr erhofft hat. Beim Hinausgehen betont er erneut die Wichtigkeit, weil die Auto- und Motorradfahrer neben Lärm auch Gefahr verbreiten.

Arne Bechlin (71) kommt viel rum in der Stadt und hat sich Mängel gemerkt. So schaltet für ihn die Ampel an der Nordumgehung für Autofahrer, die nach rechts Richtung B 6 wollen, viel zu schnell um. „Da kommen ja nur drei Autos rüber“, meint der 71-Jährige. Am Tunnel an der Bassumer Landstraße müsse man dagegen als Fußgänger viel zu lange warten. Laue und Heckmann machen sich Notizen. Bechlin hat noch mehr. Die gerodete Fläche an der Georg-Hoffmann-Straße gefällt ihm auch nicht. Das sähe heute ja schlimmer aus als vor einem Jahr. Das habe die Stadt wegen der Entwässerung machen müssen, erklärt Laue, spricht von privatem Bauvorhaben und kommunaler Pflicht.

Ob sie denn schon mal wieder das Brandenburger-Tor-Modell vor der Berufsschule gesehen hätten, fragt Bechlin. Das sei total marode, besonders die Quadriga oben drauf. „Das müsste mal renoviert werden“, so der 71-Jährige. Edith Heckmann nickt und schreibt was auf.

„Ich will aber nicht nur meckern“, betont Bechlin und fragt an, ob man die Skulpturen auf der Steinwiese nicht mal in die Innenstadt holen könne. Denn da am Gymnasium seien die zu weit weg.

„Die sind auf der Wiese dort entstanden, deshalb sollen die da auf Wunsch der Künstler bleiben“, erklärt Laue.

Die beiden älteren Herren haben gesagt, was sie auf dem Herzen hatten. Sie kommen vielleicht wieder, wenn es emotional wieder drückt.

Laue und Heckmann schauen auf die Uhr: 17.40 Uhr. Kommt noch jemand?

Wird die Bürgermeistersprechstunde angenommen? „Ja“, sagen beide. „Besonders auch, weil die Bürgermeisterin dabei ist und damit gleich die richtige Ansprechpartnerin“, ergänzt Edith Heckmann.

Und wer kommt? Mehr Ältere? „Nein, auch viele Jüngere“, betont Laue. Das hinge sehr von den konkreten Sorgen ab. Beim Kindergartenstreik seien viele junge Mütter da gewesen. Generell gehe es durchweg um Themen, die das direkte Umfeld der Bürger bestimmten. Verkehrsthemen lägen da schon weit vorn, erklärt die Bürgermeisterin.

Um 17.50 Uhr kommt noch ein junger Mann. Ob er denn ein Formular für den Lohnsteuerjahresausgleich haben könne. Da kann Suse Laue nicht helfen, aber zumindest die Richtung angeben: „Sie müssen rechts rum Richtung Finanzamt...“ Die hätten so komische Öffnungszeiten, meint der Mann und geht.

18 Uhr. Schluss. Am ersten Mittwoch im August ist wieder Bürgermeistersprechstunde. Wahrscheinlich mit anderen Themen.

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