Gäste aus Syke

Führung ins Nostalgiemuseum: Wo alte Zeiten wieder aufleben

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Wolfgang Kaeding (r.) ließ die Teilnehmer der Gästeführung auch schon mal in der Isetta Platz nehmen.

Okel - Von Horst Meyer. Anke Bodenstab nimmt am Lenkrad der BMW Isetta Platz. Christa Linge auf dem Beifahrersitz. Nur für ein Foto dieser Zeitung – „in den 1950er-Jahren hätte damit durchaus eine Ferienreise nach Italien beginnen können“, erklärt Wolfgang Kaeding vom Nostalgiemuseum Okel. Die Gästeführung bot Interessierten die Möglichkeit, das privat betriebene kleine Museum kennenzulernen. Gisela Greve begrüßte eine kleine Schar von Gästen aus Syke, die allesamt unabhängig voneinander mit dem Fahrrad angereist waren.

Auf dem Saal des ehemaligen Gasthauses Winkelmann haben Elke und Wolfgang Kaeding ihren Traum verwirklicht. Mit Unterstützung durch Freunde und Bekannte ist es ihnen gelungen, Exponate aus unterschiedlichen Epochen zusammenzustellen und der Nachwelt zu erhalten. Bereits im Eingangsbereich stößt man auf die Dauerausstellung zur Okeler Geschichte. Hier erfährt der Besucher, dass in Okel früher zwei Windmühlen Korn verarbeiteten. Nur eine dieser Mühlen sieht man heute noch an der Durchgangsstraße. Aber auch die ist inzwischen nicht mehr in Betrieb. Anhand von Zeitungsausschnitten aus dem Stadtarchiv lebt das alte Okel dort wieder auf.

Unikate und Kuriositäten

Auf dem ehemaligen Festsaal wechseln die ausgestellten Exponate von Zeit zu Zeit. Den Kern bilden historische Fahrzeuge, die den Kaedings als Leihgabe zur Verfügung gestellt sind. Aktuell ist hier der große Citroën Six aus den 1930er-Jahren zu bestaunen. Mit diesem Fahrzeug wurden in seinem zweiten Leben viele Brautpaare zur Kirche kutschiert.

Die Fahrzeugflotte vervollständigen zwei Amphibienfahrzeuge und nicht zuletzt die bereits erwähnte BMW Isetta. Das Amphicar entstand von 1961 bis 1968 in 3.878 Exemplaren in Berlin. Nur rund 800 Fahrzeuge blieben in Deutschland. Eines davon steht in Okel. Das Fahrzeug kann auf dem Land und auf dem Wasser bewegt werden. Beim Betrieb im Wasser ist auch der Sportbootführerschein erforderlich. Auf der Straße erreichte dieses Fahrzeug bis zu 120 Stundenkilometer, auf dem Wasser bis zu 6,5 Knoten. „Mit der BMW Isetta haben wir schon am Bremer Freimarktsumzug teilgenommen“ erklärt Wolfgang Kaeding.

Einen Teil der Ausstellungsfläche nehmen verschiedene ältere Fahrräder ein. Diese restaurierte die Barrier Butze. Kaeding erläutert: „Wir haben hier nur eine kleine Auswahl. Für die gesamte Sammlung wird noch ein Ort gesucht, da Hans Göbel demnächst in Ruhestand geht.“ Neben klassischen historischen Fahrrädern finden sich hier auch Fahrräder mit Hilfsmotor.

In Vitrinen sind alte Fotoapparate, Modellautos, Nähmaschinen, Kaffeemühlen und mehr zu besichtigen. Im Flur findet sich eine Ausstellung alter Fahrzeugkennzeichen mit entsprechenden Erläuterungen. So lernt man dort, dass das IS auf Vorkriegskennzeichen nicht mit der aktuell negativ belegten Buchstabenkombination zu verwechseln ist. Es heißt Eins S und steht für das ehemalige Großherzogtum Hannover.

Der kleine Rundgang endet im ehemaligen kleinen Saal, der heute das angeschlossene Café beherbergt. Hausgebackener Kuchen und Kaffee wird auf Omas Porzellan serviert. Wer möchte, kann sich ans hauseigene alte Klavier setzen und einige Takte spielen. Die Original Wurlitzer Musikbox wartet noch auf eine Reparatur, damit sie wieder erklingt. Mit dem weißen Wählscheibentelefon wurde schon lange nicht mehr telefoniert. Dennoch gehören auch diese Gegenstände zum Ambiente des Hauses. Das Nostalgiemuseum ist sonnabends und an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Das Café steht auch für Familienfeiern mit bis zu 60 Personen zur Verfügung.

www.nostalgie-museum-syke.de

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