„Eisen-artig“ von Elisabeth Schuller-Köster

Aus dem Alltag in die Kunst

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Künstlerin Elisabeth Schuller-Köster vor ihrer Skulptur „Kunst in Fahrt“.

Syke - Von Anika Bokelmann. Es sind Alltagsobjekte, die Schmied oder Schlosser aus witterungsbeständigem Metall hergestellt haben, die nicht mehr gebraucht, weggeworfen und vergessen wurden, die Elisabeth Schuller-Köster zu Kunstwerken verarbeitet. Unter dem Titel „Eisen-artig“ zeigt die Oldenburger Metallbildhauerin gerade 13 ihrer Werke im Ackerbürgerhaus im Syker Kreismuseum.

In der Kunst aus Alltagsgegenständen, die Schuller-Köster in der Regel auf Schrottplätzen findet, sieht Dr. Ralf Vogeding die Verbindung zum Ausstellungsort. „Wir sind ein alltagshistorisches Museum“, unterstrich der Museumsleiter im Rahmen der Vernissage am Sonntagnachmittag. Im symbolischen Sinne zeigten beide – die Werke und das Museum – Dinge, die Menschen bewegen, so Vogeding.

Zwölf der dreizehn stilisierten Figuren stehen zum Verkauf. Den „Elchtest“ hat Oldenburgs Ratsfrau Christine Wolff für die Zeit von „Eisen-artig“ zur Verfügung gestellt. Sonst steht das metallene Gebilde in ihrem Wohnzimmer, so die Politikerin, die als Freundin von Elisabeth Schuller-Köster ein paar Worte zur Vernissage sprach. „Es ist kein Schrott, der hier verarbeitet wird“, betonte Wolff – vielmehr seien es Fundsachen. „Häufig weiß ich nicht, wer wen zuerst findet“, merkte sie an und berichtete vom Ideenreichtum der gebürtigen Auricherin Elisabeth Schuller-Köster, die über einen Volkshochschulkurs zur Kunst kam.

Eine Geschichte hinter jedem Werk

In den dreidimensionalen Skulpturen, bei denen bei näherem Betrachten stets neue Details auftauchen, drückt sich die Kreativität Schuller-Kösters aus. Sie regen die Fantasie des Betrachters an, da sich die Botschaft der oftmals eigenartigen Gebilde nicht auf den ersten Blick erschließt.

Die Verformungen der Bleche seien in der Regel bereits vorhanden, erklärte Elisabeth Schuller-Köster den Interessierten, für die sie sich am Sonntagnachmittag viel Zeit nahm. Die Ideen und das Geschick der gelernten Agraringenieurin sorgen dafür, dass aus verschiedenen Materialien wie Holz, Gummi und Federn, insbesondere aber Eisen als rustikalem Werkstoff, Kunstwerke werden.

Hinter diesen steckt stets eine Geschichte: Beim Exponat „Häuser in Fahrt“, das im Ackerbürgerhaus im Zentrum steht, dient ein mehrere hundert Jahre alter Balken eines Fachwerkgebäudes als Grundlage. Darauf hat Schuller-Köster mittels Drahtgeflechten, Holz und weiterer Metalle ein fantasievolles Fortbewegungsmittel geschaffen. „Das Werk ist mir sehr ans Herz gewachsen“, verriet Schuller-Köster, die manchmal innerhalb weniger Stunden ein neues Exponat erschafft, manchmal über mehrere Monate immer wieder Veränderungen in den Schaffensprozess einfließen lässt. Dabei tauchen die Themen Schiff und See sowie Natur und Fortbewegung in mehreren Werken der Oldenburgerin auf.

„Schweißen allein ist keine Kunst“, sagte Ratsfrau Christine Wolff bei der Vernissage von „Eisen-artig“, doch eine Besucherin lenkte ein, dass „Kunst zusammenschweißt“. Die Kunstausstellung von Elisabeth Schuller-Köster ist noch bis zum 6. August im Obergeschoss des Ackerbürgerhauses zu sehen.

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