Bauausschuss berät heute über Verkehrsführung in der Innenstadt

Alles fließt – aber wohin?

Aktuelle Verkehrflüsse in der Innenstadt. Für einige Bereiche kann die Stadtverwaltung die Zahlen nicht erklären.
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Aktuelle Verkehrflüsse in der Innenstadt. Für einige Bereiche kann die Stadtverwaltung die Zahlen nicht erklären.

Syke – „Vorher war’s besser“ – „Mein Schleichweg ist jetzt weg“ – „Dann macht doch gleich ‘ne richtige Fußgängerzone draus“... Wenn auch der befürchtete massive Sturm der Entrüstung ausblieb: Kritik an der neuen Verkehrsführung auf der Hauptstraße gab es von Anfang an. Bis hin zu mehreren 100 Unterschriften von Kunden, die die Fleischerei Behrens in kurzer Zeit gesammelt hatte (wir berichteten).

„Gleichzeitig gibt es aber bereits viele positive Rückmeldungen, insbesondere von Fußgängern und Radfahrern, die sich etwas sicherer fühlen“, hält Freya Söchtig dagegen. Sie ist bei der Stadtverwaltung für das Thema Straßenverkehr zuständig.

„Diese positiven Rückmeldungen gibt es generationenübergreifend“, so Söchtig weiter. Außerdem belegen aktuelle Zählungen: Der Verkehr auf der Hauptstraße hat sich verringert. Weiterer Verkehr hat sich auf die umliegenden Straßen verteilt. Über diese Zählungen berichtet Freya Söchtig am Donnerstag im Bauausschuss.

Hermannstraße (Foto) und Hauptstraße sind probeweise für den Durchgangsverkehr gesperrt. An der Hermannstraße funktioniert’s problemlos. Bei der Hauptstraße weiß man’s noch nicht so genau. Das ist jetzt Thema im Bauausschuss.

Für eine Testphase vom 15. Februar bis zum 15. Oktober ist die Hauptstraße für Autos und Lastwagen nicht mehr durchgängig befahrbar. In Höhe Wessels Hotel ist die Straße gesperrt. Und vom Dreieck Plackenstraße / Gesseler Straße kann man nicht mehr auf die Hauptstraße fahren. Zwischen Rewe und der Gesseler Straße hat die Stadt die Einbahnstraße quasi umgedreht: Statt in Richtung Bahnhof nun in Richtung Gesseler Straße.

Zwischen Ernst-Boden-Platz und Gesseler Straße haben Zählungen jetzt knapp 2 000 Fahrzeuge am Tag registriert. Wobei auffällt: Der Verkehrsfluss in beide Richtungen ist annähernd gleich. Dabei ist der größte Teil dieser Strecke der Einbahnstraßenbereich. Es müssten also eigentlich mehr Fahrzeuge in Richtung Gesseler Straße fahren. Tun sie aber nicht. So recht erklären kann sich Freya Söchtig das nicht.

Tatsächlich sind im Einbahnstraßenbereich nur etwa 250 Fahrzeuge am Tag unterwegs. Der große Rest fährt anscheinend nur bis zu Rewe respektive zum Parkplatz bei Fleischer Behrens und kehrt dann wieder um.

Im südlichen Teil der Hauptstraße ergibt sich seit der Sperrung folgendes Bild: Autos aus Richtung Mühlendamm umfahren die Sperrung über die Straße An der Volksbank und dann weiter über Plackenstraße oder Gesseler Straße. Dort ist die Verkehrsbelastung spürbar gestiegen, aber noch im für Wohngebiete akzeptablen Bereich.

Die quer zur Hauptstraße verlaufende Achse Luise-Chevalier-Straße / Zum Hachepark erfüllt laut Söchtig eine wichtige Verteilerfunktion zur Innenstadt. Allerdings führen insgesamt deutlich mehr Fahrten aus dem Stadtkern heraus als hinein.

Freya Söchtig empfiehlt, die Zählungen weiterzuführen. Dafür sieht sie im wesentlichen zwei Gründe. Erstens sei die Gewöhnungsphase noch nicht abgeschlossen. Erfahrungsgemäß dauere es mindestens drei Monate, bis Verkehrsteilnehmer sich bei gravierenden Veränderungen auf die neue Situation eingestellt hätten. Zweitens hält Söchtig die während Corona und Lockdown gezählten Verkehrsmengen für zu gering, um die Realität ohne Corona abzubilden. Ein Indiz, das diese Auffassung stützt: Auf der B 6 haben die Zählungen aktuell rund 15 000 Fahrzeuge pro Tag ergeben. Vor Corona waren es ungefähr doppelt so viele.

Deutlich einfacher fällt für die Stadtverwaltung das Fazit für den zweiten Testbereich aus: Die Hermannstraße ist auf Höhe des Rathauses ebenfalls für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dort läuft diese Versuchsphase seit dem 1. Dezember und noch bis zum 31. August. Und wie es aussieht, funktioniert das.

„Nach nun mehr fast viermonatiger Testphase gehen im Rathaus keine weiteren Beschwerden mehr ein. Ferner gab es zahlreiche positive Rückmeldungen, insbesondere durch Anwohnende, ältere Personen, aber auch Mütter, Väter und Großeltern mit Kinderwagen“, so Freya Söchtig. Und was genauso wichtig ist: Durch die Sperrung der Hermannstraße hat der Verkehr in der parallel laufenden Wilhelmstraße „nur unwesentlich“ zugenommen.

Der Bauausschuss berät Donnerstag ab 17 Uhr in virtueller Sitzung. Gäste können sich noch bis 15 Uhr beim Sitzungsdienst unter 04242 /164 655 anmelden. Sie erhalten dann per Mail einen Link.

Von Michael Walter

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