Alle unter einem Dach

Heike Brandhoff plant Wohngruppe

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Ein Herz und eine Seele: Heike Brandhoff und ihr Sohn Samuel, für den sie sich eine Wohngruppe wünscht.

Syke - Von Anke Seidel. Heike Brandhoff hat einen Traum. Die 51-jährige Heilerzieherin aus Syke-Barrien möchte ihrem geistig behinderten Sohn Samuel ein neues Zuhause schaffen – eines, in dem der 18-Jährige mit anderen jungen Menschen zusammen leben kann, die das gleiche Handicap haben. Deshalb möchte Heike Brandhoff einen neuen Lebensabschnitt beginnen – und gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten eine Wohngruppe für geistig behinderte junge Menschen gründen.

Bewusst nicht unter dem Dach klassischer Verbände wie der Lebenshilfe, sondern als „Unternehmerin“ im besten Sinne des Wortes. „Ich will die anderen nicht schlecht machen“, betont die Heilerzieherin. „Natürlich gibt es gute Betreuung. Ich möchte es einfach anders machen“, erklärt die engagierte Mutter dreier Söhne. „Jeder muss das finden, bei dem er ein gutes Gefühl hat.“

Genau das hat sie bei ihrem Projekt, auf das sie ihr mittlerer Sohn Joel gebracht hatte. Der ältere Bruder von Samuel hatte nach seinem Praktikum in einer Werkstatt für behinderte Menschen aus vollem Herzen verkündet: „Mama, wir geben Samuel nicht weg.“ Das habe sie sehr berührt, sagt die 51-Jährige. „Da ist in mir die Idee gewachsen, selbst etwas zu tun.“

Budget steht zur Verfügung

Bis zu acht junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren möchte sie in ihrer neuen Wohngemeinschaft aufnehmen, für die sie zurzeit eine Immobilie sucht. „Am liebsten ein großes Haus mit Grundstück“, beschreibt die Heilerzieherin ihren Traum, den sie und ihr Lebensgefährte gemeinsam – in eigener Wohnung – mit den jungen Menschen leben möchten: Drei Betreuungskräfte mit bis zu 25 Stunden sollen sich um die Bewohner dieser ungewöhnlichen Lebensgemeinschaft kümmern, dazu eine Hauswirtschafterin und – nach Bedarf – weitere Kräfte stundenweise.

Wie will Heike Brandhoff das finanzieren? „Jedem geistig behinderten Menschen steht ein Budget zu“, blickt sie auf Kostenträger wie Landkreis oder Krankenkassen, die genau dieses Budget für jeden Betroffenen berechnen müssten – unter Berücksichtigung aller Kosten wie Betreuung, Miete, Strom, Lebensunterhalt. „Vielen ist das aber nicht bekannt“, sagt Heike Brandhoff.

Jeder soll er selbst sein können

Sie hat bereits mit den Eltern von Betroffenen gesprochen und sich bei der Koordinierungsstelle für Frauen und Wirtschaft informiert – obwohl ihr neben ihrer Arbeit als Heilerzieherin mit verhaltensauffälligen Kindern in Bremen nur wenig Zeit bleibt. Aber Schritt für Schritt will sie ihrem Traum näher kommen: „Das Haus würden wir am liebsten mieten.“ In einer Lage, in der Geschäfte, Cafés und Friseur zu Fuß zu erreichen sind.

„Es soll eine sehr persönliche Sache werden“, sagt die 51-Jährige. Sie kann sich vorstellen, auf einem ländlichen Grundstück auch Schweine und Hühner zu halten sowie Gemüse anzubauen: Im Einklang mit der Natur zu leben, könne für Menschen mit geistiger Behinderung einen großen Mehrwert bedeuten – genauso wie der Umgang mit Tieren. „Mir geht es um die individuellen Bedürfnisse dieser Menschen“, sagt die 51-Jährige. „Bei uns dürften sie sogar ihre eigenen Möbel mitbringen. Sie sollen sie selbst sein können.“

Weitere Informationen

Eltern, die mehr über die neue Wohngemeinschaft wissen möchten oder Interessierte, die Heike Brandhoff ein Haus mit Grundstück vermieten möchten, erreichen sie unter Telefon 04242/5973796 oder per E-Mail: info@h-brandhoff.de

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