Alfred Meyer (77) geht in Ruhestand

Bunte Pappmaché-Figuren an der Kafu-Kreuzung

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Alfred Meyer mit einer seiner Figuren.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Man mag es gar nicht glauben, aber Alfred Meyer hat angekündigt, sich jetzt als Künstler zur Ruhe zu setzen und keine lustigen, bunten Pappmaché-Figuren mehr zu gestalten. Auch wenn er es sich doch noch anders überlegen sollte, so steht jetzt schon fest: Alfred Meyer hinterlässt unverwechselbare künstlerische Spuren.

Seit 1986 wohnt er im Lebenshilfe-Wohnheim in Bassum, wo er ein eigenes Atelier für seine Arbeiten eingerichtet hat. Hier gestaltet er seit rund zwei Jahrzehnten teilweise lebensgroße Pappmaché-Figuren, die unverkennbar seine Handschrift tragen.

Für ihn hatten Edgar Fischer, Barbara Frerker und Renate Munder vom Unternehmen Printhaus an der Kafu-Kreuzung eine Ausstellung organisiert. Am Sonnabend sorgten die bunten Kreationen bei den Passanten für Interesse. „Sind die alle von Ihnen?“ lautete eine der meistgestellten Fragen an Meyer, der sich über die positive Resonanz freute.

Sein Betreuer Daniel Zimdars hatte ihn bei der Arbeit in seinem Atelier begleitet und zeigte auf einer Stelltafel die Entstehungsgeschichte der Figuren. Zunächst steht die Idee im Vordergrund: Alfred Meyer sieht mit Vorliebe Tierfilme. Wenn ihm ein Tier besonders gefällt, dann geht er an die Arbeit. Zunächst baut er aus Stöcken und Zweigen ein Grundgerüst, das er mit Band fixiert und mit Papier ausgestaltet. Danach rührt er aus Kleister und weichem Papier die Modelliermasse an, die er mit viel Geschick um die Figur wickelt und dabei entscheidet, wie dick ein Tier wird, welche Besonderheiten es bekommt und welche Details er betonen will. Wichtig ist laut Meyer, dass alle Tiere sicheren Stand bekommen. Besonders bei Tieren mit vier Beinen ist das schwierig. „Wenn ihm das nicht gut genug gelingt oder ein Detail ihm nicht gefällt, dann kann er richtig zornig werden“, berichtet Zimdars.

Raubtiere und Vögel sind die Favoriten

„Am liebsten mach’ ich Raubtiere, aber Vögel auch“, verrät Meyer. Erstaunlich ist dabei, wie es ihm gelingt, seinen Tieren bei aller Abstraktion eine eigentümliche Körperspannung zu geben, die bei seinem Tiger sofort erkennen lässt, dass er kurz vor dem Absprung ist. Für die Farbgestaltung nimmt Meyer sich alle Freiheiten. Hauptsache bunt, aber meistens steckt ein Gedanke dahinter. Wie bei dem Fabeltier aus Bär und Kuh. Meyer hatte geträumt, dass ein Bär eine Kuh gefressen hat. Also wurde das Fabeltier lila!

Der gebürtige Osterbinder ist 77 Jahre alt. Er war als Schweißer im Metallbereich der Delme-Werkstatt tätig und ist seit 2002 im Ruhestand. Sich selbst bezeichnet er als Überlebenskünstler, denn schon dreimal wurde er mit Herzversagen in eine Klinik eingeliefert. Demnächst im Ruhestand möchte er, wie er sagt, „nur noch essen, schlafen und fernsehen“. Aber dabei verschweigt er seinen ganz großen Traum, weil er sich vermutlich damit abgefunden hat, dass dieser niemals in Erfüllung gehen wird: Er möchte einmal nach Afrika, um dort die wilden Tiere zu sehen, die er so oft in seinem Atelier gestaltet hat.

Diese Reise kann er von dem Erlös aus dem Verkauf seiner Figuren nicht finanzieren. Edgar Fischer und Renate Munder hoffen allerdings, dass sich doch noch Sponsoren finden, die bereit sind, sich an der Finanzierung dieser Reise zu beteiligen. Sie sollten sich an Renate Munder unter 04242/957514 oder 0162/106 55 61 wenden, die diese zweckgebundenen Spenden an die Lebenshilfe vermitteln würde.

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