Aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt

Für diese Zeit ganz in Ordnung

Syke - Von Michael Walter. „Der Juni ist nicht unser allerbester Monat“, sagt Joachim Duensing. Was der Chef des Bezirks Nienburg-Verden bei der Agentur für Arbeit damit meint: Erfahrungsgemäß sind die Arbeitslosenstatistiken im Juni meistens nur sehr mittelmäßig.

Das liegt zum einen am Quartalsende und zum anderen an der bevorstehenden Urlaubszeit. Beides führt zu Kündigungen und damit zu mehr Arbeitslosmeldungen. Und dafür sind die Zahlen gar nicht schlecht, die Duensing gestern in der Syker Agentur-Geschäftsstelle präsentierte.

„Bezirksweit haben wir fünf Prozent weniger Arbeitslose als vor einem Jahr“, sagt Duensing. „Die einzige Personengruppe, bei der wir einen Anstieg verzeichnet haben, sind ausländische Arbeitnehmer.“ Und das liege vor allen daran, dass Asylbewerber und Geduldete mittlerweile weit schneller eine Arbeitserlaubnis bekommen als vor einem Jahr. Dadurch ist die Zahl der Bewerber stark gestiegen.

Vergleichbar ist die Entwicklung im Zuständigkeitsbereich der Syker Geschäftsstelle: Da verzeichnet die Statistik 26 Arbeitslose mehr als im Mai, aber 150 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 3,7 Prozent im Mai auf jetzt 3,8 Prozent. Im Juni 2014 hatte sie noch bei 4,1 Prozent gelegen.

Bernd Jobs leitet das Jobcenter des Landkreises Diepholz, das den HartzIV-Bereich betreut. In diesem Bereich hat er im Juni mehr Abgänge als Zugänge registriert. „Es läuft in die richtige Richtung“, freut er sich und macht Mut: „Auch für schwierige Personengruppen gibt der Arbeitsmarkt durchaus was her. Vielleicht nicht gleich beim ersten Versuch, aber es gibt Chancen.“

Der Ausbildungsmarkt ist im Nordkreis rechnerisch nahezu ausbalanciert: Auf 650 Ausbildungsplätze kommen 680 Bewerber. Von denen sind 225 derzeit noch unversorgt. Dem stehen 210 offene Stellen gegenüber. „Die Arbeitgeber sehen inzwischen, dass sie sich um Azubis richtig bemühen müssen, damit sie nicht ins Umland abwandern“, sagt Joachim Duensing. „Bei uns in Verden ist es noch dramatischer: Da kommen 200 Bewerber auf 330 offene Ausbildungsstellen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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