Ärger mit der Awo und vom Landkreis überstimmt

Syke – Es war vielleicht nicht „die“ kürzeste, aber mit Sicherheit „eine“ der kürzesten Sitzungen, die der Rat der Stadt Syke je hatte. Gerade mal 18 Minuten brauchte er am Mittwochabend, um in der Mehrzweckhalle der BBS die inhaltlichen Punkte der Tagesordnung abzuarbeiten. Dann noch ein paar Fragen, Anregungen, Bekanntmachungen, und nach nicht mal einer halben Stunde war alles vorbei.

Zu entscheiden hatte das Gremium tatsächlich auch nur eine Frage: Den Verkauf eines derzeit noch in Erbpacht vergebenen Doppelgrundstücks an der Südstraße in der Syker Neustadt. Bei einer Enthaltung votierte der Rat einstimmig dafür. Gut 77 000 Euro zahlt der Käufer an die Stadt.

Ein wenig Geld kommt auch von anderer Seite unverhofft in die Kasse: Die Stadt bekommt 15 000 Euro für den Bau des neuen Mehrfamilienhauses am Schloßhof zurück. „Der Bau war günstiger als kalkuliert“, gab Suse Laue unter dem Tagesordnungspunkt „Bericht der Bürgermeisterin über wichtige Angelegenheiten“ zu Protokoll. Die Stadt hatte das Haus in einer Kooperation mit der Gesellschaft Wohnbau Diepholz unter dem Stichwort bezahlbares Wohnen errichtet (wir berichteten).

Völlig sachlich und wertungsfrei berichtete die Bürgermeisterin außerdem von dem Ärger, den die Stadtverwaltung gerade mit dem Awo-Kreisverband hat: Die Awo hatte bislang die Seniorenberatung in Syke durchgeführt. Mit Wirkung zum 1. Oktober hat die Stadtverwaltung diesen Auftrag aber neu vergeben. Künftig wird der Verein Pro Dem die Beratung im Seniorenservicebüro der Stadt Syke übernehmen. So hatte es der Rat vor den Sommerferien beschlossen. Laut Suse Laue hat die Awo daraufhin ihrerseits die Zusammenarbeit mit der Stadt fristlos gekündigt. „Die Stadt hat daher derzeit keine Berater mehr.“ Die Verwaltung werde versuchen, „das aufzufangen“, bis Pro Dem im Oktober die Arbeit aufnimmt.

Gegen den Willen der Stadtverwaltung darf demnächst in Ramminghausen ein neuer Funkmast gebaut werden. Grundsätzlich gilt: Über Bauanträge entscheidet nicht die Stadt, sondern der Landkreis. Die Stadt muss dazu lediglich ihr Einvernehmen erklären. In diesem Fall hat sie das nicht getan. Weil der Mast laut Laue zu nah am Landschaftsschutzgebiet stehen würde. Der Landkreis hat allerdings die Einvernehmenserklärung der Stadt „ersetzt“, wie das im Verwaltungsdeutsch heißt. Das kann er machen, wenn er zu der Bewertung kommt, dass die Gründe dafür schwerer wiegen als die Gründe dagegen. Laut Laue soll der neue Funkmast in erster Linie die Telefon- und Internetverbindung für Bahnreisende verbessern. Daher sei der Standort dicht an der Bahntrasse geplant – und damit gleichzeitig auch dicht am Landschaftsschutzgebiet in der Westermark.

Gute Nachrichten hatte Laue zum Thema Breitbandausbau zu vermelden: Das vom Landkreis und seinen Kommunen damit beauftragte Unternehmen Nordischnet habe die sogenannten Weißen Flecken auf der Landkarte – gemeint sind Gebiete, in denen derzeit weniger als 30 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen – zu über 70 Prozent vermarktet. Ab dem 1. November beginne die Vermarktung der übrigen Gebiete. „Wer dann gerne Glasfaser haben möchte, kann sie beantragen.“ Online sei das jetzt schon möglich.

Angeblich seien auch bereits „einige ungeduldige Kundenberater unterwegs“, so Laue. Sie vermutet: „Von anderen Anbietern, die auf dem Trittbrett von Nordischnet fahren.“ Das werde gerade geprüft.

Von Michael Walter

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Triumphale Bayern: Martínez wird nochmal zum "Mr. Supercup"

Triumphale Bayern: Martínez wird nochmal zum "Mr. Supercup"

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Was Autofahrer über Winterreifen wissen sollten

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Letzte Rettungsversuche für gestrandete Wale in Australien

Meistgelesene Artikel

„Vom Gesundheitsamt alleingelassen“

„Vom Gesundheitsamt alleingelassen“

„Vom Gesundheitsamt alleingelassen“
Ein Rest von dörflicher Idylle in Gefahr

Ein Rest von dörflicher Idylle in Gefahr

Ein Rest von dörflicher Idylle in Gefahr
Vorzeigediscounter in Kirchweyhe: Größter Aldi-Markt der Region eröffnet am Freitag

Vorzeigediscounter in Kirchweyhe: Größter Aldi-Markt der Region eröffnet am Freitag

Vorzeigediscounter in Kirchweyhe: Größter Aldi-Markt der Region eröffnet am Freitag
Wie erleben Menschen mit Beeinträchtigungen die Pandemie?

Wie erleben Menschen mit Beeinträchtigungen die Pandemie?

Wie erleben Menschen mit Beeinträchtigungen die Pandemie?

Kommentare