ADFC zeigt 43 besondere Gefahrenstellen auf Syker Radwegen auf

Risiko auf zwei Rädern

Syke - Von Michael Walter. Wie können die Radwege im Stadtgebiet sicherer gestaltet werden? Mit dieser Frage hat sich der ADFC beschäftigt. Die Ergebnisse stellten Henner Schneider und Peter Goll vom Vorstand des Fahrrad-Clubs am Donnerstagabend im Bauausschuss vor.

In Fortführung einer Projektarbeit von Bremer Studenten (wir berichteten) hatte der ADFC in monatelanger Fleißarbeit nicht nur alle Radwege im Stadtgebiet auf Gefahrenstellen untersucht, sondern auch für jeden erkannten Gefahrenherd Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet.

Konkret hat der ADFC 43 Problemstellen erkannt, darunter alle Einmündungen auf die B6. Insbesondere die Einmündung des Hachedamms und die Ein- und Ausfahrt beim BBM-Baumarkt würden immer wieder „hochgradige Stress-Situationen“ für Autofahrer erzeugen, in deren Folge Radfahrer, die diesen Bereich in beide Fahrtrichtungen kreuzen dürfen, besonders gefährdet seien.

Auch die Okeler Ortsdurchfahrt und die Ampelkreuzung an der Schloßweide hoben Goll und Schneider als besonders gefährlich hervor, wobei sie ausdrücklich den Radfahrern keine Opferrolle zuschrieben. Speziell an der Schloßweide-Kreuzung seien es vielmehr gerade die Radfahrer – vor allem Schüler – die durch ihr Verhalten die Gefahren überhaupt erst heraufbeschwören. Etwa, indem sie nach Überqueren der Kreuzung a) in Gruppen, b) auf der Fahrbahn und c) auf der linken Seite weiterfahren.

„Fast alle bekannten Fahrradunfälle sind auf linksseitigen Radwegen passiert“, sagt Henner Schneider. Die Konsequenz daraus lässt er die Ausschussmitglieder selbst ziehen: Eigentlich bräuchte man Radwege auf beiden Straßenseiten.

Allgemein empfiehlt der ADFC, den Autofahrern an den Einmündungsbereichen durch farbige Piktogramme auf der Fahrbahn deutlich zu machen, dass von beiden Seiten Radfahrer kreuzen können. Darüber hinaus sei eine stärkere Überwachung des Verkehrs durch die Polizei nötig. Vor allem an den Schulen.

Für die Stadtverwaltung lobte Fachbereichsleiter Horst Meyer das große Engagement des ADFC. „Vieles, was Sie uns hier vorgestellt haben, ist uns aus der Verkehrsschau mit Polizei und Landkreis vom Dezember bereits bekannt“, so Meyer. Das grundsätzliche Problem sei aber: Entlang der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen habe die Stadt praktisch keine Handlungsmöglichkeiten. Und seitens der zuständigen Straßenbaubehörden sei das Problem fast immer das fehlende Geld. Auch stärkere Kontrollen durch die Polizei hält Meyer für nicht realistisch. Er bezweifelt auch deren Wirksamkeit auf Dauer.

Was Meyer einräumt, ist fehlende Transparenz: Die Stadtverwaltung wird nicht immer automatisch darüber informiert, wenn die Landes- oder Bundesbehörden Verkehrsführungen ändern.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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