ADFC sieht aber Verbesserungsbedarf

In Syke ist gut Radfahren

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Einer der neuralgischen Punkte für den ADFC: Wer als Autofahrer vom Post-Parkplatz auf die B6 will, hat gar keine andere Wahl, als den Radweg zu blockieren.

Syke - Von Michael Walter. Ist das Glas halb voll oder halb leer? Henner Schneider und Peter Goll vom ADFC fällt die Antwort auf diese Grundsatzfrage leicht: Es ist halb voll. „Die Verhältnisse für Radfahrer sind in Syke nicht schlecht“, sagen sie. Es gebe zwar immer noch ein paar neuralgische Punkte mit starkem Verbesserungsbedarf. Aber die werden weniger.

Ein knappes halbes Jahr ist es jetzt her, dass Goll und Schneider der Syker Politik das Radverkehrskonzept vorgestellt haben, das sie für den ADFC ausgearbeitet hatten (wir berichteten). „Vieles davon ist bereits umgesetzt worden. Weitere Punkte sollen nach und nach abgearbeitet werden, entsprechend der Kassenlage“, sagt Schneider.

Zu den umgesetzten Vorschlägen aus ihrem Konzept gehören zum Beispiel die rot markierten Radfahrer-Furten entlang der B6. Etwa an der Einmündung Steimker Straße oder am Hachedamm. Und die Bushaltestelle gegenüber McDonald‘s ist baulich so verändert worden, dass sich Radfahrer und wartende Fahrgäste dort nicht mehr ins Gehege kommen.

Zusagen hat der ADFC darüber hinaus unter anderem für eine Querungshilfe an der Bassumer Landstraße auf dem Finkenberg. Und auch der Idee eines zweiten Radwegs vom Finkenberg bis zur Bahnunterführung stünden die Behörden aufgeschlossen gegenüber, sagt Schneider.

Das war nicht immer so. Speziell über die Radwege-Situation entlang der Bassumer Landstraße haben sich der ADFC und die beteiligten Behörden jahrelang sprichwörtlich die Köpfe eingeschlagen. Heute sei der Dialog dagegen viel offener und partnerschaftlicher, sagt Henner Schneider und spricht von „veränderter Umgangshygiene“. Sein Eindruck: „Wir haben inzwischen einen ganz guten Draht zu Stadt, Landkreis und Polizei.“

Insofern sind die beiden hoffnungsfroh, dass mittelfristig auch noch andere kitzlige Punkte im Stadtgebiet verbessert werden können. Die Ausfahrt von der Post auf die B6 zum Beispiel, oder die Ortsdurchfahrt in Okel. „Da hört der Radweg einfach unvermittelt auf. Die Radfahrer müssen quer über die Straße“, sagt Schneider.

Nicht ganz einer Meinung sind Behörden und Verein bei der Kreuzung ErnstBoden-Straße/Schloßweide: Der Landkreis hat dort die Ampelschaltung verändert und eine Furt für die Radfahrer markiert. Das reicht dem ADFC aber nicht. Der Verein sieht das Problem an dieser Stelle bei den vielen Schülern, die sich dort kaum an Regeln halten. Schneider: „Die fahren zum Teil mitten in den Abbiegeverkehr rein und haben keine Ahnung, wie gefährlich das ist, was sie machen.“

Peter Goll ergänzt: „Unser Vorschlag war, morgens und mittags die Ampel so zu schalten, dass die Autos auf allen vier Seiten gleichzeitig Rot haben. Dann könnten die Radfahrer gefahrlos in alle Richtungen die Kreuzung überqueren. Es gibt genügend Beispiele aus anderen Städten, wo das schon so gemacht wird.“

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