Wachsam auf der Landstraße

Achtung, Rehwild! Auf Autofahrer lauern besondere Gefahren während der Paarungszeit

Vom Rehwild geht während der nun beginnenden Paarungszeit ein steigendes Risiko aus. Foto: djv
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Vom Rehwild geht während der nun beginnenden Paarungszeit ein steigendes Risiko aus.

Achtung, Autofahrer! Auf und neben Landstraßen lauern in diesen Tagen besondere Gefahren. Das Rehwild befindet sich in der Paarungszeit und kann urplötzlich auf die Fahrbahn springen.

Landkreis Diepholz - Wie ein rotbrauner Blitz schießt das Reh aus dem Dickicht und läuft rund 100 Meter vor dem Auto über die Fahrbahn. Der Fahrer erschrickt kurz, fühlt sich jedoch sicher. Dann kracht es fürchterlich. denn ein zweites Reh – ein Bock – folgt unvermutet dem ersten. Frontal wird es erfasst, liegt tot am Straßenrand.

Für Autofahrer heißt es bei Überlandfahrten derzeit besonders achtzugeben. Beim Rehwild hat vielerorts die Blattzeit, wie Biologen und Jäger die Paarungsphase dieser Wildart nennen, begonnen. „In dieser Situation sind die Tiere in einem hormongesteuerten und kopflosen Zustand, legen dabei ihre natürlich Vorsicht und Scheu nahezu völlig ab“, erklärt Hans-Jürgen Hamann, Vorsitzender der Jägerschaft Syke.

Ohne Scheu: Rehwild geht im Hormonrausch über Straßen

Ungebremst geht es über Straßen hinweg. Verhindern lassen sich Unfälle nicht immer, das Risiko kann aber gesenkt werden, „wenn man bei Überlandfahrten in wildreichen Gebieten stets bremsbereit und – besonders nachts und in der Dämmerung – mit gedrosseltem, angepasstem Tempo unterwegs ist“, sagt Hamann. 

Da zur Paarung logischerweise mindestens zwei gehören, sollte man immer mit mehreren Tieren rechnen.

Wildunfälle: Polizei gibt Ratschläge

Die Polizei rät bei einem Wildunfall, sofort die Warnblinkanlage einzuschalten, die Warnweste überzustreifen und die Unfallstelle zu sichern. Anschließend umgehend die Polizei verständigen, die ihrerseits den zuständigen Revierinhaber alarmiert

„Leider kommt es vor, dass das Reh einen Unfall schwer verletzt überlebt und später qualvoll verendet“, erklärt Dr. Hans-Jürgen Hamann. Dann sei es notwendig, das Reh zu töten. „Alles andere ist Tierquälerei und gesetzeswidrig!“

Jäger hilft Autofahrern bei Schadensabwicklung

Der Jäger darf Unfallbescheinigung ausstellen, die zur Schadensabwicklung mit der Versicherung notwendig sind. Das tatenlose Entfernen vom Unfallort kann juristische Folgen haben: eine Anzeige wegen Fahrerflucht und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.“

Von Ulf Kaack.

Weitere Nachrichten zu Rehwild in Niedersachsen:

Die Landesjägerschaft berichtet für das Jagdjahr 2017/2018, dass die Zahl der Wildunfälle in Niedersachsen gesunken ist. Meistens seien Rehe betroffen.

Wenn Rehkitze mal vom Muttertier getrennt werden, helfen inzwischen Drohnen in Niedersachsen, um Jungtiere vor dem Mähdrescher zu schützen.

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